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Natur und so

Ein Buch über Nashörner

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Foto: J. Prinz

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Ich habe neulich ein Buch geschenkt bekommen. Und das fand ich echt toll. Thematisch passt es gut zu Karolins Artikel über das fast ausgestorbene Nördliche Breitmaulnashorn und darin liegt auch die gewisse Tragik. Denn das Buch „Nashörner“ von Lothar Frenz nimmt uns mit auf eine Reise quer durch die „Nashorn-Historie“. Jetzt möchte ich einerseits gerne erzählen, wie gut sich das liest und auf der anderen Seite ganz laut jammern: „Seht her! Wir lesen hier brandaktuelle Bücher über Nashörner, aber eigentlich ist das schon ein Nachruf!“ So fühlt es sich nämlich an. Aber von vorne. 

 

Foto: J. Prinz

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Von Lothar Frenz hatte ich schon vor Jahren seine „Riesenkraken und Tigerwölfe“ gelesen. Ich mochte den Schreibstil und dass ein Sachthema mal nicht langweilig war, sondern sich sogar sehr gut las. Als eine Freundin mir dann neulich die „Nashörner“ mitbrachte, war ich also schon mal pauschal angetan. (Das ist übrigens die Traumvorstellung von uns Autoren: das jemand unseren Namen auf dem Cover sieht und sagt „Der/Die schreibt so gut.“)

Jedenfalls: ich guckte rein in die „Nashörner“ und mochte es. Von der Aufmachung her ist das Büchlein etwas „auf alt“ gemacht, was dem Inhalt nochmal so eine „naturhistorisches“ Feeling gibt.

Foto: J. Prinz

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Es geht – klar – um Nashörner. Als Leser erfahren wir, welche historischen Überlieferungen es gibt, wie die ersten Nashörner nach Europa kamen und welchen Sturm an Fehlinformationen es gab. Natürlich hatten die meisten Menschen noch nie ein Nashorn zu Gesicht bekommen. Versucht doch mal, ein Tier zu zeichnen, das ihr noch nie gesehen habt, wenn euch jemand beschreibt, wie es aussieht. Und dieser jemand hat die Beschreibung vielleicht auch nur von jemand anderem, der auch noch nie ein Nashorn… alles klar?

Das Büchlein enthält natürlich auch aktuellere Nashorn-Themen und schließt mit einem Kapitel über die drohende Ausrottung der Tiere. Und deshalb ist das Buch so tragisch. Wir lesen, wie die ersten Nashörner nach Europa kamen und welchen Aufruhr sie damals auslösten. Wie toll die Menschen sie fanden. Und dann geht man aus der Lektüre mit der Information, dass einige Nashorn-Arten im Prinzip nicht mehr zu retten sind. Wir können beim Aussterben zusehen.

Wer dieses Büchlein auch mal lesen (oder verschenken) will, findet es im Verlag Matthes & Seitz Berlin.

 

Buchinfo:

Lothar Frenz, Judith Schalansky (Hg.)
Nashörner -Ein Portrait
Reihe: Naturkunden Bd. 036
ISBN: 978-3-95757-473-2
Preis: 18,00 €

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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