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Natur und so

Antilopen regulieren ihre Körpertemperatur

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Foto: pixabay.com

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Wir haben erst November und schon finde ich es ungemütlich. Als neulich die Leoniden im Anmarsch waren, war der Sternhimmel ganz klar, aber sowohl mir als auch allen Mitguckern war ziemlich kalt. Da hätte ich mir gewünscht, dass ich meine Körpertemperatur mal eben etwas hochheizen könnte. Nur kurz wenigstens. Im Sommer, wäre das auch ziemlich praktisch, denn da ist mir ja regelmäßig zu warm und ich wäre gerne ein Erdmännchen, wie ihr vielleicht wisst. Tatsächlich gibt es einige Tiere, die sowas können. Antilopen zum Beispiel.

 

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Oryxantilopen sind Meister darin, ihre Körpertemperatur rauf und runter zu schrauben. Und bevor jetzt jemand fragt: ja, Antilopen sind (genau wie Wale!) Säugetiere. Und deren Körpertemperatur bleibt ja eigentlich immer gleich, haben wir mal gelernt. Unsere eigene Temperatur zum Beispiel wird sowohl im heißen Sommer als auch in kalten Leoniden-Nächten immer etwa 37°C betragen – egal, ob es uns anders vorkommt oder nicht. Das ist bei den allermeisten Säugetieren so und heißt “homöotherm”, also etwa “gleichbleibende Temperatur”.

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Bei den Oryxantilopen ist das anders. Sie sind “heterotherm”, was bedeutet, dass sich ihre Körpertemperatur innerhalb eines gewissen Temperaturbereichs bewegen kann. In den heißen Wüsten ihrer Lebensräume gibt es manchmal nur wenig Wasser. Das und die große Hitze überleben die Tiere, nur deshalb, weil sie “beweglicher” sind, was ihre Körpertemperatur angeht.

Mehrere Forschungsteams haben das schon mit implantierten Sendern getestet und Folgendes kam dabei heraus: Am Tag, wenn die Außentemperatur im Mittel etwa 43°C beträgt, pendelt die Körpertemperatur der Antilopen von frühmorgens bis spätabends grob zwischen 36,5 und 40,5° C – NaturwissenschaftlerInnen verzeihen mir bitte die Ungefähr-Angaben.

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Ähnlich wie die Ente in ihren Beinen, hat auch die Antilope ein Wärmetauschsystem im Körper – allerdings im Bereich der Halsschlagader. Damit kein zu warmes Blut ins Gehirn strömt, gibt das Blut in einem dichten Aderngeflecht möglichst viel Wärme ab, bevor es weiterfließt. Zusätzlich können die Tiere mit ihrem Verhalten dazu beitragen, dass sie nicht überhitzen. Wird es zu warm legen sie sich einfach in den Schatten. Forscher glauben, dass die Antilopen die überschüssige Wärme im Körper speichern und sie in den kühleren Nächten nach und nach abgeben.

Womit wir wieder bei den kühlen Nächten wären. Ich hätte mir neulich irgendwie gewünscht, dass ich den Sternenhimmel mit einer Art Wärmespeicher angucken kann. Im nächsten Jahr, wenn die Leoniden zurück sind, versuche ich es nochmal mit einer wärmeren Jacke. Vielleicht sammele ich vorher einfach noch ein paar Eiderentendaunen.

 

 

 

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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