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Ausflugstipp: Papageien gucken in Köln

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Foto: pixabay.com

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Heute habe ich einen Ausflugstipp für euch, über den ich selbst eher zufällig gestolpert bin. Da sitze ich mit ein paar Leuten auf einer Bank am Kölner Rheinufer und während wir noch überlegen, was wir nach Abendessen, Eisdielenbesuch und Currywurst-von-der-berühmten-Bude als nächstes essen, fliegt ein Vogelschwarm über uns hinweg. Entgeistert starre ich hinterher. „Waren das Papageien?“

Ich weiß gar nicht, warum mich das so überrascht. Dass es in Köln wildlebende Papageien gibt, wusste ich schon. Ich habe es sogar in ein Kindersachbuch eingebaut. (“Der Papagei” im Hase und Igel Verlag.) Doch so hautnah hatte ich die noch nie gesehen.

Foto: pixabay.com

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Noch während wir uns über Papageien in Köln und anderswo austauschen, kommt auch schon der nächste Trupp angeflogen. Diesen sehe ich weit im Voraus. „Oh oh“, sage ich, „die kommen aber wirklich schnurgerade auf uns zu“. Und mit einem „wuuuusch“ fliegen mehr als zwanzig Vögel über unsere Köpfe hinweg. Sehr dicht – es ist wie in einer dieser Greifvogelschauen. Nur echt.

Die Kölner Papageien sind Halsbandsittiche, die eigentlich nur in Afrika und Asien leben. Diese leben allerdings schon lange wild in Köln und Umgebung und breiten sich gerade den ganzen Rhein entlang aus. Die ersten Tiere sind vielleicht mal irgendwo abgehauen, aber das muss schon Jahre her sein. Offenbar schaden ihnen weder deutsche Regengüsse noch kalte Winter. Im Gegenteil: es werden immer mehr.

Wir haben an diesem Abend sehr gemütlich am Rhein gesessen und “Papageien geguckt”. Anschließend haben wir noch einen Spaziergang zum Schlafbaum der Papageien gemacht und ich möchte euch nicht vorenthalten, wo ihr das in Köln selbst erleben könnt, wenn ihr mal wieder im Stadtsafari-Fieber seid.

Foto: C. Prinz

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Am besten beginnt ihr am KAP (das ist der Name eines Gebäudes) am Südkai. Das ist die Stelle am Kölner Rheinufer, an der auch die „Wurstbraterei“ steht, eine berühmte Currywurst-Bude, die immer mal wieder im Kölner Tatort auftaucht. Orientiert euch einfach an den ebenfalls berühmten „Kranhäusern“. Das KAP steht direkt daneben. Gegenüber der „Wurstbraterei“ stehen ein paar Bänke, auf denen ihr abends Stellung beziehen solltet. Mitte September ist 19.15 Uhr eine gute Zeit, dann ist die Dämmerung nicht mehr weit.

Foto: C. Prinz

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Die Papageien kehren zu dieser Zeit aus allen Richtungen zu ihren gemeinsamen Schlafbäumen zurück, auf denen sie die Nacht verbringen werden. Bleibt einfach auf der Bank sitzen, Gesicht zum Rhein und wartet. Die Vögel kommen euch in kleinen versprengten Schwärmen über das Wasser entgegen und fliegen über euch hinweg.

Wenn es dämmert werden die Schwärme weniger und ihr könnt euch aufmachen, den Schlafbaum der Papageien zu besichtigen. Geht einfach die Laura-von-Oelbermann-Promenade (auf der ihr gerade sitzt) in Richtung der Kranhäuser entlang. Vor dem ersten Kranhaus biegt ihr links in den Harry-Blum-Platz ab. Wenn ihr die Ohren spitzt, hört ihr den Schwarm schon. Die Schlafbäume befinden sich auf der anderen Straßenseite, gegenüber der Bushaltestelle „Rheinauhafen“. Viel Spaß!

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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