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Chili und Peperoni – wo ist der Unterschied?

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Eine Menge meiner Freunde essen gerne scharfe Gewürze. Mir wird hingegen vom kleinsten bisschen Chili schlecht. In letzter Zeit ist es aber offenbar total modern, an alle möglichen (und unmöglichen) Gerichte Chili dran zu machen. Es ist noch gar nicht lange her, da bestellte ich eine Kartoffelsuppe und merkte schon beim ersten Löffel: die war echt scharf. Kartoffelsuppe! Normalerweise gucke ich also auf der Speisekarte, ob da irgendwo “Chili” steht. Doch was ist mit Peperoni? Ist das dasselbe? Ist eines von beiden vielleicht weniger scharf? Gucken wir doch heute mal ein bisschen genauer in die Pflanzenwelt.

 

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Chilis sind eigentlich Paprika

Zunächst ist mal spannend zu erfahren, was die Chili überhaupt für eine Pflanze ist. Auf vielen Balkonen steht sie schon in Töpfen herum und wenn ich mich nicht irre, kann man sie sogar im Baumarkt kaufen. Botanisch gesehen, ist die Chilipflanze nichts anderes als eine Paprika. Sie gehört zu den Nachtschattengewächsen und stammt ursprünglich aus Südamerika. Wissenschaftlich findet man sie unter dem Begriff Capsicum annuum. Doch Moment, werdet ihr sagen: eine Chili ist ja total scharf und eine Paprika nicht. Stimmt und das kommt so.

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Peperoni sind auch Chilis

Nicht nur Chilis sind scharf. Genau wie die Chili ist auch die Peperoni eine Paprika. Die drei Früchte gehören bloß jeweils zu einer anderen Sorte. Während die Paprika vergleichsweise mild schmeckt, gibt es die Chilis und Peperonis von scharf bis superscharf. Der Unterschied liegt dabei nicht nur in der Sortenbezeichnung, sondern auch in dem was drin ist: der Stoff Capsaicin sorgt dafür, dass eine Chili oder Peperoni scharf wird. Je mehr Capsaicin, desto schärfer. Und wie viel Capsaicin drin ist, hängt von der Züchtung ab und variiert sehr stark.

Auf mehr kann man sich bei dem ganzen Thema leider nicht verlassen. Nicht mal auf die Bezeichnungen “Chili” und “Peperoni”, denn das sind je nach Gutdünken des Verwenders entweder botanische Sortenbezeichnungen oder einfach Begriffe aus dem Volksmund. Genauso verhält es sich übrigens mit dem Begriff “Jalapeno”. Auch diese Pflanze ist streng genommen eine Zuchtform, doch ihr Name taucht eigentlich auf, wo er will.

Die gute Nachricht: ihr könnt im Prinzip überhaupt nichts falsch machen. Nennt einfach die Chili “Peperoni” und die Peperoni “Chili” und sagt “Jalapeno” wann ihr wollt. Botanisch gesehen ist das sowieso alles das Gleiche.

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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