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Natur und so

Das Vogelkonzert im Garten oder: Wann singen Vögel?

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Foto: pixabay.com

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 Unser neuer Garten ist von dichten hohen Hecken umgeben, es gibt reichlich Bäume bei uns, den Nachbarn und in der gesamten Gemeinde. Der Park beginnt wenige Meter hinter dem Haus und ein ausgedehntes Waldgebiet ist ebenfalls nicht weit entfernt. Kein Wunder, dass es bei uns viele Vögel gibt. Sehr viele Vögel! Sie finden Verstecke und gute Plätze zum Brüten, gehen im Teich baden oder nutzen die große Vogeltränke und singen. Das tun sie ausgiebig und laut. Sie beginnen vor Sonnenaufgang und sind auch in der Dämmerung noch zu hören. Wer singt da?, habe ich mich gefragt und einen Teil des Konzerts kurzerhand aufgenommen.

Gefiederte Frühaufsteher

Foto: pixabay.com

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Wenn es für mich noch mitten in der Nacht und das Weckerklingeln noch in weiter Ferne ist, sind die ersten Vögel schon auf den Beinen und stimmen ihren Gesang an. Der frühe Vogel fängt den Wurm, heißt es nicht ohne Grund. Ob sie um vier Uhr früh den Wurm frühstücken oder sich erst ihrem Gesang widmen, weiß ich allerdings nicht, denn aufgestanden bin ich deshalb nicht. Dass sie mit Hingabe singen, kann ich jedoch bestätigen. Selbst bei geschlossenen Fenstern ist ihr Konzert laut und deutlich zu hören. Um diese Zeit könnte man sie auch noch auseinanderhalten, denn jeder Vogel hat seine eigene Zeit für die Gesangseinlage. Nach und nach fallen immer mehr Piepmätze in den Gesang ein und aus dem Solo wird ein Chor. Welche Vögel singen wann?

Die Vogeluhr

Foto: pixabay.com

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Jeder Vogel hat eine innere Uhr, die ihm sagt, wann es Zeit ist, mit dem Gesang zu starten. Die ersten beginnen bereits über eine Stunde vor Sonnenaufgang. Dazu zählen der Gartenrotschwanz und der Hausrotschwanz. Eine bis eine halbe Stunde vorher, sind unter anderem Drossel, Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig, Zilpzalp, Blaumeise, Kohlmeise und Mönchsgrasmücke zu hören. Kurz bevor die Sonne aufgeht, stimmen auch noch Grünfink, Buchfink, Star und Stieglitz mit ein. Einige dieser Vögel habe ich auch schon bei mir im Garten gesichtet. Hier leben Finken, Meisen, Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und Eichelhäher. Die singen allerdings nicht mit. Das Konzert der anderen habe ich zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufgezeichnet.

Sound: K. Küntzel, Gartenvögel morgens

 

Sound: K. Küntzel, Gartenvögel abends

Wozu singen?

Foto: pixabay.com

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Fragt ihr euch, warum die Vögel schon zu nachtschlafender Zeit pfeifen, trillern und flöten, statt kuschelig im Nest zu schlummern? Sie werben damit um ein Weibchen, denn es sind vor allem die Männchen, die so hübsch singen. Die Frau an ihrer Seite finden sie am ehesten, wenn sie auch gehört werden. Würden alle Vögel zur selben Zeit mit ihrem Gesang loslegen, wäre es für die Weibchen viel schwieriger, den passenden Partner ausfindig zu machen. Stattdessen hat jede Vogelart ihr Zeitfenster, in dem sie mit dem Gesang anfängt. Wie bei einem Kanon kommen immer mehr Stimmen dazu und dann zwitschern alle Vögel auf einmal oder durcheinander oder miteinander. Die einzelnen Vogelstimmen zu unterscheiden, fällt mir dann echt schwer. Bleibt zu hoffen, dass das Weibchen ihren Partner dann schon gefunden hat oder besser im Erkennen von Vogelstimmen ist als ich.

Übrigens: Vom 12.-14. Mai ist die “Stunde der Gartenvögel. In diesem Zeitraum werden bundesweit Gartenvögel gezählt. Wie es funktioniert, könnt ihr hier nachlesen.

Autorin: Karolin Küntzel

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