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Der Mythos von der Meerjungfrau

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Foto: pixabay.com

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Über Fabelwesen gibt es viele Geschichten. Vom Ursprung des Einhorns habt ihr hier bei uns schon mal gelesen: der Zahn des Narwals ist es, der für allerlei Sagen sorgte, bis moderne Informationswege den Zauber zerstörten. (Insgeheim hoffe ich ja doch, dass eines Tages mal jemand ein echtes Einhorn entdeckt. Wenn mal wieder jemand losgeht, um den Titanwurz anzuschauen, könnte er zum Beispiel im Regenwald mal über ein unentdecktes Einhorn stolpern, finde ich.) In unserem heutigen Blogbeitrag geht es aber nicht um Einhörner, sondern um den Ursprung des Meerjungfrauen-Mythos. Der ist leider genauso leicht zu erklären: mit der Seekuh.

 

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Genau wie die Wale, sind auch Seekühe Säugetiere. Sie leben im Wasser und können – anders als die Robben - nicht an Land gehen. Das liegt an ihren Flossen. Die sind nicht stabil genug, um sich auf festem Boden abzustützen. Auch wenn die Seekuh einer Robbe recht ähnlich sieht, ist ihre Lebensweise also eine ganz andere. Wenn ihr den Blog schon länger lest, wisst ihr ja, dass Wale unter Wasser die Luft anhalten müssen. Bei Seeühen ist das genauso. Doch ihre Säugetier-Lunge hat auch noch eine Besonderheit: sie ist sehr langgestreckt und bildet eine Art Schlauch. Wenn die Seekuh unter Wasser schwimmt, sorgt die luftgefüllt Lunge dafür, dass das Tier stabil im Wasser liegt. Ähnlich wie die Schwimmblase der Fische.

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Und jetzt zum Mythos: vermutlich gehen viele Geschichten über Meerjungfrauen in Wirklichkeit auf die Sichtung einer Seekuh zurück. Denn Seekühe halten sich häufig im flachen Wasser auf, wo sie nach Nahrung suchen. Und von Weitem kann so eine schwimmende Seekuh sicher schon mal aussehen, wie ein Mensch. Von Nahmen sieht man dann den “Fisch”schwanz und wer genau hinschaut, erkennt vielleicht sogar die Zitzen der Weibchen. Die sitzen nämlich nicht am Bauch, sondern in der Nähe der Brustflossen – an der Brust halt. Wer weiß, ob da nicht mal einer gedacht hat, er hätte eine Frau mit Fischschwanz vor sich.

Das Seekühe keine Fische sind, ist ja vermutlich bis hierhin klar geworden. Doch hier ist der Bonus-Fun-Fact: Die nächsten Verwandten der Seekühe sind die Elefanten. Und genau wie die Seekühe haben auch Elefantenweibchen die Zitzen an der Brust, in der Nähe der Vorderbeine. Geht doch mal los und nervt mit diesem Wissen die Leute auf der nächsten Party. Aber sagt denen dann nicht, dass wir euch angestiftet haben.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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