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Die Vogelhochzeit: ein Stelldichein heimischer Vögel

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Foto: pixabay.com

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Heute ist ein ganz besonderer Tag und ich habe einen sehr wichtigen Termin. Der wollte gut vorbereitet werden und deshalb war meine Zeit für den Blog-Beitrag ein bisschen knapp bemessen. Das macht aber nichts, denn ich habe, denke ich, etwas Passendes gefunden: ein altes Volkslied, in dem eine Reihe heimischer Vogelarten auftreten.

Lust darauf, ein Liedchen zu trällern? Das ist in diesem Falle nicht nur gesundheitsfördernd, sondern auch noch lehrreich.

Liedgut anno dazumal

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Die Vogelhochzeit ist ein Dinosaurier unter den Volksliedern. Schon im Wienhäuser Liederbuch, das vermutlich um das Jahr 1470 entstand, gaben sich Drossel und Amsel das Jawort. Seitdem hat sich an dem ursprünglichen Text nicht viel geändert, dafür gab es aber mehrere Adaptionen, unter anderem von Helge Schneider und Rolf Zuckowski. Der eine Text ist gewohnt genial, für Leute ohne schrägen Humor jedoch gewöhnungsbedürftig. Der andere ist ein typisches zuckowskisches Kindergarten-Kinderlied, an denen sich manche Kleine nicht satthören können, die Mütter nach dem zigsten Durchdudeln aber schon. Doch zurück zum ursprünglichen Text. Er lautet folgendermaßen:

  1. Ein Vogel wollte Hochzeit machen in dem grünen Walde. Refrain: Fiderallala, fiderallala, fiderallalalala.
  2. Die Drossel war der Bräutigam, die Amsel war die Braute.
  3. Der Sperber, der Sperber, der war der Hochzeitswerber.
  4. Der Stare, der Stare, der flocht der Braut die Haare.
  5. Die Gänse und die Anten, die war ‘n die Musikanten.

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  6. Der Spatz, der kocht das Hochzeitsmahl, verzehrt die schönsten Bissen all.
  7. Der Uhu, der Uhu, der bringt der Braut die Hochzeitsschuh’.
  8. Der Kuckuck schreit, der Kuckuck schreit, er bringt der Braut das Hochzeitskleid.
  9. Der Seidenschwanz, der Seidenschwanz, der bracht’ der Braut den Hochzeitskranz.
  10. Der Sperling, der Sperling, der bringt der Braut den Trauring.
  11. Die Taube, die Taube, die bringt der Braut die Haube.
  12. Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut ‘nen Blumentopf.
  13. Die Lerche, die Lerche, die führt die Braut zur Kerche.

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  14. Brautmutter war die Eule, nahm Abschied mit Geheule.
  15. Der Auerhahn, der Auerhahn, der war der stolze Herr Kaplan.
  16. Die Meise, die Meise, die singt das Kyrie leise.
  17. Die Puten, die Puten, die machten breite Schnuten.
  18. Der Pfau mit seinem bunten Schwanz macht mit der Braut den ersten Tanz.
  19. Die Schnepfe, die Schnepfe, setzt auf den Tisch die Näpfe.
  20. Die Finken, die Finken, die gaben der Braut zu trinken.
  21. Der lange Specht, der lange Specht, der macht der Braut das Bett zurecht.
  22. Das Drosselein, das Drosselein, das führt die Braut ins Kämmerlein.
  23. Der Uhu, der Uhu der macht die Fensterläden zu.
  24. Der Hahn, der krähet: „Gute Nacht“, nun wird die Kammer zugemacht.
  25. Die Vogelhochzeit ist nun aus, die Vögel fliegen all’ nach Haus.
  26. Das Käuzchen bläst die Lichter aus und alle zieh ‘n vergnügt nach Haus.

Uhu, Specht, Enten, Wiedehopf, Pfau und Meise, da tummeln sich reichlich Vögel im Lied, in dem der Reim manchmal etwas erzwungen ist. Egal! Wenn euch noch mehr heimische Vögel einfallen, habt ihr vielleicht Lust, noch ein paar Zeilen hinzuzudichten.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Ein Kommentar

  1. Der Bräutigam, der Bräutigam,
    eröffnet Tanz so gut er kann,
    Fideralallala, Fideralallala….

    Die Braut begrüßt die große Schar,
    Zum traumhaft Fest, wie wunderbar,
    Fideralallala…

    Die Gäste tanzen sich kaputt,
    Nach Leuchtturm, Kutsche, Watt – datt mutt.
    Fideralallala..

    Jetzt ist die Hammer-Party aus
    Und alle ziehn zufrieden nach Haus
    Fideralallala Fideralallala Fideralallalalaaaa

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