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Natur und so

Eine Lehmpfütze für die Schwalben

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Foto: pixabay.com

Vor ein paar Tagen ist das erste Schwalbenpärchen wieder in (s)ein Nest unter der Dachtraufe eingezogen. Seitdem zwitschert es über unseren Köpfen ununterbrochen, wenn wir uns auf der Terrasse aufhalten. Mit atemberaubenden Flugmanövern düsen die Mehlschwalben (Delichon urbica) über unseren Köpfen hinweg und schnappen sich die noch spärlich vorkommenden Insekten aus der Luft. Ich freue mich jedes Jahr wie doll, wenn die Vögel zurück sind. Nur eines macht mir Sorge. Eines der Nester vom Vorjahr ist vor Monaten abgestürzt und nur noch eine dürftige Ruine. Was ist da passiert?

Kein Lehm, kein Haus

Foto: pixabay.com

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Wir lieben unsere Schwalben, sie haben es aber nicht ganz leicht bei uns. Im Umkreis übrigens auch nicht, denn das von ihnen dringend benötigte Baumaterial ist knapp. Es fehlt an Lehm und an lehmigen Pfützen. Stattdessen gibt es zu viel Sand oder lockere Erde, versiegelte Flächen und kaum etwas, aus dem die Flugkünstler ihr Nest zusammenkleben können. Bis zu 1500 Lehmkügelchen verarbeiten sie zu einer Nestkugel, die sie unter den Dachüberstand kleben. Wahrscheinlich hat das Schwalbenpärchen aus dem Vorjahr, das oberhalb des Badezimmerfensters gebaut hat, zuwenig guten „Kleber“ gefunden und sich anderweitig beholfen. Pfusch am Bau würde man das bei uns nennen. Zum Glück fiel das Nest erst ab, als die Schwalbenfamilie schon wieder ausgezogen war. Vermutlich dauert es nun aber nicht mehr lange, bis sich die anderen Mehlschwalben einfinden und nisten möchten. Und dann? Dann wäre es gut, wenn gutes Baumaterial auf sie wartet.

Eine Lehmpfütze bauen

Foto: pixabay.com

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Mit wenig Aufwand lässt sich eine Lehmpfütze bauen. Kinder wissen übrigens intuitiv, wie die schönste Matsche entsteht. Lehm gibt es im Baumarkt oder im Hobbyladen und zusammen mit etwas Stroh, Heu (beides aus dem Heimtiergeschäft) und Wasser lässt sich daraus eine wunderbare Pampe herstellen. Sie kommt in eine flache Schale oder in eine Kuhle direkt im Garten, die sich nicht direkt neben dem Lieblingsplatz von Nachbars Katze befindet. Die Pfütze sollte den Sommer über immer schön feucht bleiben, damit die Schwalben ihr Nest bei Bedarf ausbauen und reparieren können. Mehr ist nicht nötig. Ob meine Maßnahme erfolgreich ist? Ihr werdet es erfahren.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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