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Natur und so

Ganzjährig Vögel füttern: Pro und Contra

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Foto: H. Janz

Foto: H. Janz

Letztens überraschte mich der Freund mit einem schmalen, flachen Päckchen. Darin befand sich Brdi. Nein, das ist kein Schreibfehler. Das Vogelhäuschen zum Selberfalten (im Original: The fold-it-yourself-feeder) schreibt sich tatsächlich ohne „i“. Drei-, vier-, fünfmal gefaltet und schon war das schmucke Futterhäuschen fertig. Und nun?

Wo sich die Geister scheiden

Füllen und gleich raushängen oder doch lieber warten, bis der Garten im Schnee versinkt? Egal, wofür man sich entscheidet: es gibt auf jeden Fall Befürworter und Gegner dieses Schrittes. An Argumenten fehlt es ebenfalls auf keiner Seite, was die Sache für Unentschlossene nicht leichter macht. Was sagt man denn so?

Pro

Menschen, die das ganze Jahr hindurch füttern, berichten begeistert von dem Vogelreichtum in ihrem Garten. Mit der Zeit fänden sich dort auch seltenere Arten ein und könnten entsprechend oft beobachtet werden. Hört sich egoistisch an, ist es aber nicht, denn auch die Vögel profitieren von der Rundum-Sorglos-Verpflegung. Besonders Zugvögel haben so die Möglichkeit, sich vor Reiseantritt ausreichend zu stärken und kommen nach dem beschwerlichen Rückflug wieder schnell zu Kräften. Auch für die „sesshaften“ Arten ist die regelmäßige Futtergabe hilfreich, denn durch den Einsatz von Pestiziden und die Beseitigung von Büschen, Hecken und Knicks gehen immer mehr Lebensräume für Vögel verloren und das natürliche Nahrungsangebot wird kleiner.

Contra

Foto: pixabay.com

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Menschen, die ganz bewusst nur bei strengstem Winter oder gar nicht füttern, argumentieren gerne, dass durch eine ganzjährige Futtergabe in den Lauf der Natur eingegriffen würde. Eine natürliche Auslese könne nicht mehr stattfinden, wenn auch kranke und schwache Tiere mit durchgefüttert würden. Oft wird auch befürchtet, dass durch die Fütterung Arten begünstigt werden, deren Population ohnehin groß genug ist, während seltenere Arten verdrängt würden.

Und die Moral von der Geschicht’…

fütter die Vögel oder fütter sie nicht?…Schon beim Recherchieren war mir schnell klar: für entscheidungsschwache Menschen ist das nichts. Sommer oder Winter, Körner oder nicht? Ganz ehrlich, ich bin da keine große Hilfe. Bisher habe ich nur im Winter gefüttert, weil ich das mal so gelernt habe. Brdi habe ich aber trotzdem jetzt schon mit Futter gefüllt und positioniert. Mal sehen, wer vorbeiflattert und mich quasi im Flug bekehrt.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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