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Natur und so

Gefährliche Wanderung: Amphibien auf dem Weg zum Laichplatz

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Foto: pixabay.com

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Der Frühling ist da! Das haben auch die Amphibien gemerkt und sind aus der Winterstarre erwacht. Frösche und Kröten kommen aus ihren Überwinterungsquartieren, wärmen sich in der Sonne auf und bekommen Frühlingsgefühle. Und das bedeutet bei ihnen: hin zum Laichplatz und Eier ablegen. Zu Hunderten machen sie sich auf den Weg und wandern in Richtung Laichgewässer. Das ist eine sehr gefährliche Reise, denn längst nicht alle kommen dort an.

Vorfahrt für Kröten

Foto: pixabay.com

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Sind die Nächte frostfrei und die Temperatur sinkt nicht mehr unter sieben Grad Celsius, könnt ihr jetzt in manchen Regionen ein echtes Naturschauspiel erleben: die Krötenwanderung. Unzählige Tiere machen sich nun nachts auf den Weg, die kleineren Männchen auf dem Rücken der größeren Weibchen. Sie folgen ihrem inneren Kompass und durchqueren dabei unbeirrt Wohngebiete, Gärten und Teiche. Könnten sie dort nicht gleich bleiben? Nicht unbedingt, denn als Laich-Teich (was für ein klangvolles Wort) kommt nicht jedes Wasserloch infrage. Sie zieht es dorthin, wo sie sich selbst als Kaulquappe getummelt haben. Nur wenn dieser Teich nicht mehr existiert oder ausgetrocknet ist, suchen sie sich ein neues Gewässer zum Laichen. Auf ihrer Wanderung müssen sie oft Straßen überqueren und für viele Tiere ist das ihr Todesurteil. Sie werden überfahren oder durch den Sog vorbeifahrender Autos durch die Luft gewirbelt und tödlich verletzt.

Foto: K. Küntzel

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Damit die Kröten, deren Bestand seit Jahren zurückgeht, eine Chance haben, wurden bei uns in der Gegend bereits über ein Dutzend Straßen entweder ganz für den Durchgangsverkehr gesperrt (von 19 bis 6 Uhr) oder mit Warnschildern gekennzeichnet, um die Autofahrer anzuhalten, langsam zu fahren.

Alle im Eimer

An besonders befahrenen Straßen gibt es Krötenzäune. Sie verhindern, dass die Tiere direkt auf die Straße hüpfen. Ihnen bleibt nur der Weg am Zaun entlang. Dort sind in regelmäßigen Abständen Eimer im Boden vergraben, in die die Amphibien fallen. Zweimal am Tag müssen diese Eimer kontrolliert und die darin gelandeten Tiere auf die andere Straßenseite getragen werden. Und das ist das Problem. Ohne freiwillige Helfer geht das nicht und die fehlen vielerorts. So stellen manche Gemeinden schon gar keinen Zaun mehr auf, obwohl er notwendig wäre, weil niemand da ist, der ihn kontrollieren könnte.

Foto: pixabay.com

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Falls ihr also gerade Zeit habt, in einer Amphibienwander-Gegend lebt und keine Scheu habt, eine Kröte anzufassen, könnt ihr ein gutes Werk tun. Beim NABU gibt es eine Liste (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/aktion-kroetenwanderung/01031.html), wo derzeit solche Zäune installiert sind. Wo Hilfe benötigt wird, wissen der NABU, die regionalen Tierschutzvereine und die Gemeinden. Und auch dort, wo keine Zäune vorhanden, aber wandernde Kröten, Frösche, Molche und Lurche unterwegs sind, könnt ihr ihnen eure Unterstützung anbieten: „Gnädigste, dürfte ich Ihnen wohl über die Fahrbahn helfen?“ Meine Hilfe wurde jedenfalls noch nie abgelehnt.

Autorin: Karolin Küntzel

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Ein Kommentar

  1. Ich finde das echt totaal super, dass Straßen sogar abgesperrt werden dafür! Oder diese Zäune ! Der Wahnsinn!

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