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Natur und so

Käfer in schwarz-gelb: der Wespenbock

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Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

Heute mal wieder ein Beitrag der Kategorie “Das Foto ist nicht super, aber das Tier ist so cool”. So ähnlich wie beim Florfliegenkind auf meinem Balkon, musste ich schnell reagieren, denn das Tier war… mobil. Ich hatte es noch surren gehört und den komischen Käfer landen sehen. Als mir auffiel, dass er eine sehr komische Farbe hat, war er schon wieder zu Fuß unterwegs. Und als ich gerade ein paar Mal abgedrückt hatte, hob er auch schon wieder ab und flog davon. Eine sehr kurze Begegnung. Danach musste ich erstmal nachlesen, was ich denn da überhaupt gesehen hatte. Und der Vollständigkeit halber: das alles war schon im Sommer.

Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

 

So einen Käfer hatte ich noch nie gesehen. Diese (für einen Käfer recht schrille) schwarz-gelbe Farbe! Das muss doch was zu bedeuten haben! Hat es natürlich auch. Der Käfer tarnt sich. Ja wirklich! Er bemüht hier zwar eine andere Technik als das übliche “ich bin so unauffällig wie möglich”, aber seine Signalfarbe soll ihn tatsächlich schützen. Ähnlich wie auch der Bienenglasflügler baut er darauf, dass Vögel sich durch die Farbkombination “gelb-schwarz” abgeschrecken lassen. Der Käfer hofft, dass seine auffällige Farbe gedeutet wird als: “Ha! Ich bin voll giftig! Komm’ doch her und friss mich, wenn du dich traust! Ich schmecke eklig und könnte dich außerdem stechen.”

Foto: pixabay.com

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Das Prinzip kennt ihr natürlich schon, wenn ihr unseren Beitrag über Tiere, die wie Wespen aussehen, gelesen habt. Da greift ein ganz ähnliches Prinzip. Aber was ist es denn jetzt, was ich da gefunden habe? Ein Wespenbock! Der Käfer heißt auch Widderbock und gehört, wie der Name schon sagt, zu den Bockkäfern. Die Art ist geschützt, also Finger weg, wenn ihr ihn mal trefft. Nicht hauen, den Käfer! Auch wenn ihr glaubt, ihr würdet da gerade eine Wespe verscheuchen! Aber die sollte man ja eigentlich auch nicht hauen.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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