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Marder, Wiesel, Iltis – Wo ist der Unterschied?

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Foto: pixabay.com

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Über den Spruch „Flink wie ein Wiesel“ muss ich in letzter Zeit erstaunlich oft lachen. Das geht zum Glück auch anderen Leuten so, denn es hängt mit einem doofen Witz zusammen, den wir mal gehört haben und der sich irgendwie ungefragt festgesetzt hat. Und immer wenn jetzt einer laut was von einem “flinken Wiesel” ruft, geht der Spaß von vorne los. Lachen ist ja so gesund! Trotzdem frage ich mich auch was Zoologisches: Wie war das noch mit dem Wiesel? Ist das dasselbe wie ein Marder? Aber Marder sind doch irgendwie auch mit dem Iltis verwandt, oder? Ich glaube, ich habe mich verfranst. Schauen wir doch mal.

Bei uns heimisch ist das Mauswiesel.  Das würdet ihr vermutlich selbst dann erkennen, wenn ihr noch nie eines gesehen habt. Sicher kennt ihr das Hermelin, das im Winter ein weißes Fell trägt. So ähnlich sieht auch das Mauswiesel aus – nur in braun. (Wiesel-Experten hauen mich jetzt bitte nicht, ja?) Das Mauswiesel gehört zur großen Gruppe der Marder (Mustelidae), genau wie eine ganze Menge anderer Tiere.

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Ein paar davon würden wir gar nicht in der Marderverwandtschaft vermuten: den Dachs zum Beispiel, oder den Fischotter. Ohnehin ist diese Säugetiergruppe ziemlich verschachtelt, deshalb schauen wir uns heute mal nur einen kleinen Teil an: die Unterfamilie der Mustelinae (ja, der Unterschied liegt im „d“ und im „n“). Hier hinein gehören neben dem Mauswiesel auch noch ein paar andere Marder.

Der Europäische Nerz zum Beispiel. Größer als das Mauswiesel und von seinem amerikanischen Verwandten, dem Mink ganz einfach zu unterscheiden: bei unserem heimischen Nerz haben Oberlippe und Kinn helle Flecken. Der Amerikanische Nerz hat hingegen bloß ein weißes Kinn. Schönes Fell haben beide, aber der Mink ist derjenige im “Nerzmantel”.

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Ebenfalls in dieselbe Verwandtschaftsgruppe (wir sind immer noch bei den Mustelinae) gehört der Iltis, den ihr an der hellen Zeichnung im Gesicht erkennt. Einen domestizierten Iltis habt ihr vielleicht schon mal getroffen: viele Leute halten sich nämlich so ein Frettchen zu Hause.

Und dann gibt es noch die so genannten “Echten Marder”, zu denen der Baum- und der Steinmarder gehören. Der schwere Baummarder kann sehr gut klettern und macht Jagd auf Eichhörnchen. Dabei spielt ihm seine Körpermasse manchmal einen Streich, denn die Eichhörnchen hängen ihn auf dünnen Ästen einfach ab.

Wenn ihr mal mit der Verwandtschaft von Wiesel, Iltis und Marder unsicher seid, sagt einfach „Marder“. Genau wie beim „Tintenfisch“, der ja auch als Bezeichnung für viele verschiedene Tiere passt, liegt ihr damit im Zweifel immer richtig. Hauptsache ihr merkt euch, dass der Marderbär in dieser ganzen Verwandtschaftsdebatte überhaupt nichts zu suchen hat. Denn der gehört ganz sicher woanders hin.

 

 

 

 

 

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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