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Natur und so

Schneebombe und Schneebruch

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Foto. K. Küntzel

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Viel Schnee hatten wir dieses Jahr noch nicht in Bayern. Wenn es schneite, war die weiße Pracht schnell wieder verschwunden und so richtig viel war es meistens ohnehin nicht. Das hat sich jetzt geändert, denn in der Nacht von Freitag auf Samstag hat es zu schneien begonnen und den ganzen Samstag über fielen dicke weiße Flocken vom Himmel und zauberten uns eine Winterlandschaft vor die Tür. War das die angekündigte „Schneebombe“? Und was bitte schön ist mit diesem Begriff meteorologisch gemeint?

Gibt es „Schneebomben“?

Foto: K. Küntzel

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Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Die Zeitungen waren voll von dem Begriff und kündigten quer durch den Blätterwald ein Wetterphänomen namens „Schneebombe“ an. Wohlgemerkt ohne näher darauf einzugehen, was genau darunter zu verstehen ist. Ich habe mich durch das Internet recherchiert, konnte aber beim besten Willen keine meteorologisch konkrete Beschreibung des angeblichen Phänomens finden. Sind Meteorlogen unter euch? Dann wäre ich für eine Erklärung dankbar. Inzwischen vermute ich einfach, dass sich der Begriff schön dramatisch anhört und sich deshalb gut in der Berichterstattung macht. Mehr als viel Schnee ist damit womöglich gar nicht gemeint. Und den hatten wir.

Nach der „Bombe“ der Bruch

Foto: K. Küntzel

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Schöne dicke Flocken sprechen für nassen Schnee. Und tatsächlich war der Schnee bestens geeignet, um Schneemänner, -frauen und -häuser zu bauen. Zentimeterdick klebte er sich auf Zweige, Äste, Blüten und Blätter. Die Welt war am nächsten Tag weiß mit wenig dunklen und noch weniger farbigen Akzenten. Wunderschön, aber für die Pflanzen eine echte Last. Der Kirschlorbeer vor dem Küchenfenster lag platt am Boden, der Bambus beugte sich schwer unter seiner Schneefracht und überhaupt sahen die Bäume und Sträucher alle ein paar Meter kürzer aus, so niedergedrückt waren sie. Bei so viel Gewicht im Geäst kann es leicht zum Schneebruch kommen. Zweige und Äste brechen dann. So weit wollte ich es nicht kommen lassen und habe deshalb an Baum und Strauch gerüttelt und mir die eine oder andere Fuhre Schnee dabei in den Kragen geschüttet. Jetzt sieht es im Garten zwar nicht mehr überall so schön weiß aus, dafür sind die leuchtenden Blüten der Zaubernuss nun wieder zu sehen und der Baum steht noch. Ist doch auch was!

Autorin: Karolin Küntzel

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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