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Natur und so

Sonderbar: Walnuss mit drei Kammern

| 3 Kommentare

Foto: H. Janz

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Weihnachten ist vorbei, der Jahreswechsel auch (Frohes Neues Jahr euch allen!) und vermutlich habt ihr genau wie wir, den Weihnachtsbaum schon abgeschmückt und die Weihnachtsgurke wieder im Karton verstaut. Nur die Schale mit den Nüssen steht bei uns noch auf dem Tisch und darin fand ich vor einigen Tagen etwas Sonderbares: eine Walnuss mit drei Kammern.

Norm-Nüsse

Foto: pixabay.com

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Drei Kammern? Wie kann das denn sein?, habe ich mich gefragt, denn natürlich haben Walnüsse (so habe ich das mal gelernt) nur zwei Kammern. Falls ihr noch Walnüsse vom bunten Teller übrig habt, könnt ihr gerne nachschauen. In der Mitte der Schale gibt es eine wulstige Naht, die die Nuss in zwei(!) Hälften teilt. Das ist immer so, habe ich bis zu meinem Fund gedacht. Stimmt aber anscheinend nicht, wie meine Nuss beweist. Natürlich bin ich unserer Schale sofort auf den Grund gegangen und fand neben vielen zweigeteilten Nüssen doch tatsächlich noch eine weitere mit drei Nähten und damit auch mit drei Kammern. Klar, dass ich diese beiden Spezial-Nüsse vor dem Knacken gerettet habe. „Die brauch‘ ich für den Blog!“, habe ich verkündet. „Schon klar!“, hieß es nur, denn über meine Begeisterung für komische Pflanzen, merkwürdige Tiere und seltsame Phänomene wundert sich bei uns im Haushalt schon lange niemand mehr.

Drei statt zwei

Foto: pixabay.com

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Der Drei-Kammer-Nuss habe ich nachgespürt und fand eine Menge über Normalo-Nüsse, aber wenig über Walnüsse, die aus dem Rahmen fallen. Inzwischen weiß ich aber, dass sich auch andere Menschen schon über diese „Laune der Natur“ gewundert haben. Erklärungen, warum es zur Ausbildung einer weiteren Kammer kommt, konnte ich bisher leider nicht finden. Am Baum selbst scheint es jedenfalls nicht zu liegen. Das stellten zumindest jene Menschen fest, die unter ihrem Walnussbaum beide Varianten fanden, und ein Baumschulenbetreiber mit Schwerpunkt Walnussbaum bestätigte dies.

Mini-Gehirne

Foto: pixabay.com

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Stattdessen fand ich andere interessante Informationen zur Walnuss, die mir gänzlich neu waren. So gesehen hat sich die Recherche dann doch gelohnt. Hier ein paar Wissensschnipsel:

  • Die seit dem Altertum angewendete Signaturenlehre (die Lehre von den Zeichen der Natur) stellt eine Beziehung zwischen dem Aussehen einer Pflanze und ihrer Heilwirkung her. Im Mittelalter dachte man deshalb, dass die Walnuss ein Heilmittel gegen Krankheiten des Gehirns sei, da ihr Kern einem menschlichen Gehirn recht ähnlich sieht. Tatsächlich ist der zerfurchte Kern eine gute Hirn- und Nervennahrung.

  • Der Name der Walnuss hat nichts mit einem Wal zu tun. Vielmehr geht der Name der Echten Walnuss (Juglans regia) auf die Bezeichnung „welsche“ (‚von den Romanen her kommende‘) zurück und bezieht sich auf die Herkunft der Nuss, die in Deutschland über Italien und Frankreich kam.

  • Walnussbäume sind als Hausbäume geschätzt, da sie Mücken und Fliegen, aber auch Parasiten und Flöhe fernhalten. Mit den grünen Blättern lässt sich Ungeziefer aus Schrank und Bett (Igitt!) vertreiben.

  • Walnussbäume sind in der Lage, Konkurrenten um Nährstoffe auszuschalten. Sie wehren andere Pflanzen durch biochemische Hemmstoffe (die Substanz heißt Juglon) ab, die sie an den Boden abgeben und hindern andere Pflanzen so an der Keimung. Das ist auch der Grund dafür, warum unter Walnussbäumen wenig wächst. Diese Wechselwirkung zwischen Pflanzen mittels chemischer Botenstoffe bezeichnet man als Allelopathie.

Spannend, oder? Falls ihr auch noch eine Schale mit Walnüssen und eine Stoppuhr habt, könnt ihr nun herausfinden, wie lange ihr es aushaltet, nicht nachzusehen, ob darin ebenfalls dreikammerige Nüsse sind.

Autorin: Karolin Küntzel

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

3 Kommentare

  1. Hallo, ich hab eine Walnuss ganz ohne Naht. Hab ich auch noch nie gesehen.
    Gruß Ute

    • Liebe Ute,
      das ist ja toll! So eine Walnuss ist mir noch nie untergekommen, obwohl ich inzwischen mehrere mit drei Kammern gefunden habe. Sobald Walnuss-Zeit ist, werde ich mal die Augen offenhalten. Vielleicht habe ich ja Glück und finde auch so ein seltenes Exemplar.
      Liebe Grüße
      Karolin

  2. Hallöchen…..

    Ich habe etliche Nüsse….sogar mit vier Kammern….

    Vg dani

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