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Natur und so

Strandfunde von der Nordsee

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Foto: J. Prinz

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So einen Urlaub an der Nordsee kann ich wirklich nur empfehlen. Mein persönlicher Ort der Wahl ist Dänemark, was vermutlich daran liegt, dass das von Lübeck aus gesehen,  nicht allzu weit weg ist. Trotzdem lohnt sich die immerhin noch mehrstündige Fahrt, vor allem um diese Jahreszeit. An den Stränden ist nichts los, weil ja kein Badewetter ist und die Nordsee ist wegen des starken Windes teilweile sehr aufgewühlt. Das bedeutet: bei der nächsten Gelegenheit, raus an den Strand und gucken, was das Meer so angespült hat. Ich zeige euch heute mal, was bei meinem letzten Strandbesuch so alles im Weg lag.

 

Foto: J. Prinz

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Röhrenförmige Dinger

Kaum am Strand angekommen, fielen mir Unmengen an Röhren auf, die aus Sand zu bestehen schienen und am Rande des Wassers lagen. Ich hatte die Wohnröhren des Bäumchenröhrenwurms gefunden. Dieser Wurm lebt im Wasser und verklebt Sand und kleine Steinchen zu einer Schutzhülle. Diese Wohnröhren gucken ein ganzes Stück aus dem Meeresboden heraus und schützen den Körper des Bäumchenröhrenwurms. Seinen Namen hat er übrigens, weil er oben aus seinem Sandbau viele kleine Tentakel heraushält, mit denen er nach Kleinstlebewesen fischt. Das sieht aus wie ein winzig kleiner Baum.

Foto: J. Prinz

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Krebspanzer, aber nicht von der Strandkrabbe

Sowas hatte ich schon lange nicht mehr am Strand gefunden: richtige Krebspanzer, und zwar nicht von den üblichen Strandkrabben, sondern von einem ihrer größeren Verwandten, dem Taschenkrebs. Den Panzer des Taschenkrebses erkennt ihr an der ovalen Form und dem eingekerbten Rand. Der sieht aus, wie der Rand eines Ravioli oder eines altmodischen Apfelkuchens. Ja, ich weiß, die Beschreibung ist jetzt nicht sehr “biologisch”. Aber seht doch mal selbst. (In diesem leeren Krebspanzer liegt übrigens…siehe oben!)

Foto: J. Prinz

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Schlangenstern

Davon lagen zum Glück nicht allzu viele herum. Denn als ich herausgefunden hatte, dass einige der Schlangensterne noch leben, habe ich möglicherweise ein paar Minuten meines Strandausflugs damit verbracht, sie wieder ins Wasser zu tragen. Ähem. Dabei sind Schlangensterne gar nicht so empfindlich. Wenn ihnen einer ihrer fünf Arme abhanden kommt, wächst er wieder nach. Es dauert nur ein paar Wochen, dann ist das Tier wieder vollständig. Besonders hübsch fand ich bei diesen Schlangensternen die Scheibe in der Mitte. Die hatte nämlich ein sehr hübsches Muster.

Foto: J. Prinz

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Hüllen vom Seeigel

Dem nächsten Tier war dann leider nicht mehr zu helfen. Das war schon so lange tot, dass nur noch die Außenhülle übrig war. Solche Seeigelskelette lagen meistens kaputt herum. Viele hatten auch Löcher, durch die vielleicht eine hungrige Möwe ans Innere gelangen wollte. Bei diesem Exemplar hatte ich gleich zweimal Glück: sie war noch einigermaßen heil, aber es waren keine Seeigel-Innereien mehr drin. Mit ein bisschen mehr Glück, fängt sie also nicht irgendwann an zu stinken.

Foto: J. Prinz

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Ein Tier wie trockene Blätter?

Und zu guter Letzt fand ich noch das hier am Strand: ein Tier, das wie ein Haufen Blätter aussieht. So heißt es auch: Blättermoostierchen. Streng genommen ist das Blättermoostierchen aber gar kein Tier, sondern ein Tierstock. Der entsteht, wenn tausende winziger Lebewesen eine Kolonie bilden. Das Blättermoostierchen besteht aus zahllosen kleinen Kammern, in der jeweils ein Individuum sitzt. Alle zusammen sehen dann aus wie ein Blatt. Eigentlich sollte das Blättermoostierchen im Wasser sein, aber manchmal werden die Gebilde losgerissen und dann an den Stand gespült.

Und jetzt sagt ihr doch mal! Welche spannenden Funde habt ihr schon so am Strand gemacht?

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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