Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Warum haben Schlangen eine gespaltene Zunge?

| Keine Kommentare

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Diesen Rechercheschnipsel finde ich gerade besonders spannend. Das Thema „Schlangen“ habe ich mir etwas genauer für ein Buch angeguckt, das im Januar erscheint. Ich wusste schon, dass Schlangen sich irgendwie mit ihrer Zunge orientieren und mit dem regelmäßigen Züngeln ihre Beute aufspüren können. Doch ich habe mir nie die Frage gestellt, warum die Zunge zwei Enden haben muss.

Bei genauerem Überlegen wird mir aber klar: Die Zunge der Schlangen ist ja nicht „nur so“ gespalten. Die muss ja einen entsprechenden Nutzen haben. Ist auch so.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Riechen mit der Zunge

Die gespaltene Zunge der Schlangen ist so, als hätten wir zwei Nasen, die nach rechts und links zeigen. Ist sie auf der Jagd oder will sich orientieren, züngelt die Schlange und nimmt dabei Geruchsstoffe aus der Umgebung auf. Sie merkt, ob vor Kurzem eine Maus durchs Gras gehuscht ist und in welche Richtung sie sich entfernt hat. Die zwei Zungenspitzen können zwei Gerüche gleichzeitig wahrnehmen und feststellen, auf welcher Körperseite ein Duft stärker ausgeprägt ist. Riecht es rechts stärker, verspricht das mehr Beute und die Schlange ändert ihre Richtung.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Wärme sehen

Einige Giftschlangen haben noch einen zusätzlichen Trick: sie können Wärme mit einem besonderen Organ wahrnehmen, das andere Tiere nicht haben. (So cool!) Das so genannte Grubenorgan sitzt zwischen Auge und Nasenloch oder nahe dem Maul. Es sieht aus wie eine Mulde an der Kopfseite und registriert die Umgebungstemperatur und ihre Schwankungen. Wird es plötzlich irgendwo wärmer, schlägt das Grubenorgan Alarm, denn Wärme heißt meistens: Beute. So kann eine Giftschlange auch nachts jagen.

Versucht doch mal, bei eurem nächsten Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, herauszufinden, aus welcher Richtung es besser riecht. Ihr müsst dazu auch nicht die Zunge herausstrecken. Und wenn doch: verratet bitte nicht, dass ihr das von hier habt!

Print Friendly

Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.