Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Warum starb der Dodo aus?

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Foto: pixabay.com

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Nach meinem Museumsfund, hatte ich ja mehr Informationen zum Dodo versprochen. Ich komme echt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dafür, dass man ziemlich oft vom Dodo hört – der kommt ja wirklich in vielen Kinderbüchern vor – weiß man doch ganz schön wenig über diese ausgestorbene Vogelart. Was wir wissen: Er lebte auf Mauritius, konnte nicht fliegen und fraß vermutlich Früchte. War das wirklich schon alles?

Man muss der Forschung zugutehalten, dass es ziemlich wenig „Überbleibsel“ vom Dodo gibt. Es gibt ein paar Knochenfunde und man kann sich auf Berichte von Augenzeugen beziehen. Die sind allerdings schon recht alt, bedenkt man, dass der Dodo etwa 1690 ausstarb. Glaubt man alten Beschreibungen, war der Dodo etwa einen Meter hoch und hatte ein blaugraues Gefieder. Schädelfunde zeigen einen vergleichsweise kleinen Kopf mit einem markanten Schnabel. Die Flügel waren klein – zu klein zum Abheben. Das Aussehen von dem schicken Exemplar auf dem Foto links? Geraten!

Foto: pixabay.com

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Vermutlich starb der Dodo aus, weil auf einmal Lebewesen auf Mauritius auftauchten, die dort vorher nicht gelebt hatten: Ratten zum Beispiel. Die kamen mit den Schiffen der Seefahrer über das Meer gereist, stiegen auf Mauritius mit aus und fanden in den Bodennestern des Dodos leckere Eier vor. Angeblich legte der Dodo gelbe Eier, die auch für Seeleute einen ganz guten Snack abgaben. Der Dodo selbst schmeckte wohl nicht so gut, aber das nützte ihm nicht viel. Die neuen Wesen fand er offenbar zwar interessant, aber nicht gefährlich. Vermutlich standen die Dodos nur doof herum, wenn sich ein Feind näherte. Dieses Prinzip – „Wegrennen, um nicht gefressen zu werden“ – kannten sie irgendwie nicht.

Moderne Forschungsgruppen versuchen heute, das Aussehen und die Lebensweise des Dodos anhand von Knochenfunden zu rekonstruieren. Dabei müssen sie eng zusammenarbeiten, denn es gibt bisher kein vollständiges Skelett. Immerhin gibt es bereits DNA-Untersuchungen und neuere Ausgrabungen legen den Schluss nahe, dass ein Teil der Dodos durch irgendeine Naturkatastrophe ausgelöscht wurde.

Foto: J. Prinz

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Besonders schade am Aussterben des Dodo ist, dass wir heute nicht mehr nachvollziehen können, welchen Einfluss er auf das Ökosystem in seiner Umgebung hatte. Offenbar gibt es heute noch einen Baum auf Mauritius, dessen Samen nur äußerst schwer keimen. Möglicherweise fraß der Dodo früher die Früchte des Baumes und die Samen konnten erst keimen, wenn sie wieder ausgeschieden wurden. Für diese wilde Theorie gibt es keine Beweise, aber bei vielen Pflanzen funktioniert es nur so. Warum also nicht auch beim „Dodobaum“?

Es bleibt also spannend! Wer weiß, was da noch an Erkenntnissen auftaucht. Ich persönlich fände es ja super, wenn in einer abgelegenen Ecke von Mauritius noch ein lebender Dodo auftauchen würde. Ich rechne allerdings nicht damit.


Mehr zu fast ausgestorbenen Tieren findet ihr in diesem Buch:

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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