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Was ist ein Nixentäschchen?

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Foto: pixabay.com

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Ich war mal wieder am Strand. Jetzt, wo die Saison noch nicht offiziell begonnen hat, sieht der Kurstrand ziemlich chaotisch aus. Überall liegt Seegras herum, das während der Touristenzeit niemals so gehäuft dort bleiben würde. Aber für den Winter-Frühlingsübergang ist das völlig normal. Man findet jede Menge Muscheln und Krimskrams am Strand.* Wenn ihr mal irgendwo an der Nordsee unterwegs seid, haltet doch mal Ausschau nach einem Nixentäschchen. Das ist so ein kleines hell- bis dunkelbraunes Ding mit spiraligen Fortsätzen an jedem Ende. Es sieht also in etwa so aus, wie man sich (offenbar) die Handtasche einer Meerjungfrau vorstellt.

 

Foto: J. Prinz

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Die Eikapsel des Katzenhais

In Wirklichkeit sind die komischen Dinger die Eikapseln eines Katzenhais. Die leeren Eikapseln eines Katzenhais im besten Fall. Die auf dem Foto rechts sind schon etwas länger leer, was man daran erkennt, dass sie schon vertrocknet sind. Außerdem haben die kringeligen Fortsätze schon Grünspan angesetzt. Streng genommen gehören die Dinger also in den Müll, aber zum Zeigen reichen sie gerade noch.

Die Eier stammen von einem Kleingefleckten Katzenhai. Das Weibchen legt etwa 20 davon und zwar dort, wo der Meeresboden steinig ist oder wo Pflanzen wachsen.

Foto: J. Prinz

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So können sich die langen Fortsätze daran verfangen und das Ei kann nicht davongeschwemmt werden. Eigentlich ist es nämlich etwas Gutes, dass die Eikapseln in der Strömung hängen. So werden sie immer wieder saubergespült. Frische Katzenhai-Eier sind eher durchsichtig. Wächst der kleine Hai, kann man ihn durch die Hülle hindurch sehen. Wenn er schlüpft, ist er sehr hell und ganz dünn.

Neben “Nixentäschchen” hat die Eikapsel übrigens auch den Namen “Seemaus”.

Foto: J. Prinz

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Ausgewachsene Katzenhaie können mehr als einen Meter lang werden. Ihre typische Fleckenzeichnung bekommen sie erst mit einigen Monaten. Dann werden auch die Augen dunkler und man kann die schlitzförmige Pupille sehen.

Auch wenn ihr höchstwahrscheinlich keinen lebendigen Katzenhai am Strand findet… haltet ruhig die Augen auf, nach einem Nixentäschchen. Wo habt ihr eines gesehen?

*P.S.: Eine nette Kollegin machte mich gerade darauf aufmerksam, dass die Einleitung zu diesem Blog-Beitrag total missverständlich ist. Es ist nämlich so: mein Strandspaziergang hat mich zwar zu diesem Blog-Beitrag inspiriert, aber ein Nixentäschchen habe ich dabei nicht gefunden. Nur Seegras!

 

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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