Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Welche Affen gehören zu den Menschenaffen?

| Keine Kommentare

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Eigentlich wäre hier im Blog langsam mal wieder was zum Thema Pflanzen dran. Mir fällt aber gerade nichts ein. Stattdessen sagt diese kleine Stimme in meinem Kopf dauernd: “Du wolltest doch mal was über Menschenaffen schreiben.” Also mache ich das mal, damit mein Gehirn wieder frei für Blumenthemen ist. Wer ist also wer, bei den Menschenaffen?

Zunächst mal die groben Fakten: Es gibt vier Affenarten, die zu den “Großen Menschenaffen”, den so genannten “apes” gezählt werden. Sie leben meist in feuchtwarmen Gebieten in den Regenwäldern Afrikas oder Südostasiens. Nur ein paar hammerharte Schimpansengruppen nehmen es es außerdem auch noch mit der trockenen afrikanischen Savanne auf.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Schimpansen

Wie gesagt: einige Schimpansen kommen mit der Hitze und der Trockenheit gut zurecht. Ihre Nahrung finden sie, im Gegensatz zu ihren Regenwald-Artgenossen dann nicht unbedingt auf Bäumen, sondern auch noch im Innern von Termitenbauten. Schimpansen sind schlau: mit einem Stöckchen angeln sie nach den Insekten und pulen sie einfach aus ihren Löchern. Zusammen mit dem Bonobo, sind Schimpansen mit uns am nächsten verwandt. Dem Bono…was?

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Bonobo

Irgendwie scheint der Bonobo bei den Menschenaffen ab und zu unterzugehen. Vielleicht liegt das daran, dass er dem Schimpansen so ähnlich sieht. Doch der Bonobo ist eine eigene Affenart. Bonobos und Schimpansen treffen in freier Natur nie aufeinander, denn zwischen ihren Lebensräumen fließt der Kongo. Der Fluss ist so breit, dass die Tiere ihn nicht ohne Weiteres überqueren können, doch irgendwann mal muss das passiert sein. Forschungen zeigen nämlich, dass einige Schimpansen-Unterarten auch Bonobo-Gene tragen.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Gorilla

Auch der Gorilla lebt in Afrika und hält sich dort vor allem am Boden auf. Gorillas klettern nicht häufig, auch wenn sie es durchaus ganz gut können. Die Tiere werden so groß und sind im Notfall so wehrhaft, dass es (außer dem Menschen) kaum natürliche Feinde gibt, die ihnen gefährlich werden können. Höchstens vor dem Leopard müssen sich vor allem die Jungtiere in Acht nehmen. Wie fast alle Menschenaffen leben Gorillas in größeren Gruppen. Anführer ist ein erwachsenes Männchen, der so genannte Silberrücken.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

 

Orang-Utan

Und wenn ihr jetzt denkt: Moment, leben nicht alle Menschenaffen in Gruppen? Oder in Afrika? Für den Orang-Utan gilt in beiden Fällen: nein. Orang-Utans leben auf Sumatra und Borneo, also in Südost-Asien. Sie sind Einzelgänger, die sich eigentlich nur für die Paarung treffen. Anschließend sind die einzigen Tiere, die länger zusammen umherziehen Mütter und Kinder. Orang-Utans bewegen sich, anders als ihre Verwandten, auch nicht am Boden fort, sondern in den Bäumen.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Vier Menschenaffen, aber…!

Da haben wir es: vier Menschenaffen. Doch zugegeben: ich habe hier ein bisschen vereinfacht. In Wirklichkeit gibt es mehr, nämlich elf, zumindest wenn man die vier verschiedenen Schimpansen, zwei Orang-Utans, die vier Gorillas und den Bonobo (von dem es offenbar keine Unterarten gibt), zusammenzählt. Und damit ist hier eigentlich auch noch nicht Schluss, denn bisher haben wir uns nur die vier “Großen Menschenaffen” angeschaut. Die Gibbons sind aber genetisch so nah dran, dass sie auch irgendwie zu den Menschenaffen gezählt werden. Sie bilden die Gruppe der “Kleinen Menschenaffen”. Aber für heute muss uns das mal reichen. Von den Gibbons erzählen wir euch ein anderes Mal.

Print Friendly

Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Letzte Artikel von Johanna Prinz (Alle anzeigen)

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.