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Natur und so

Wenn Tiere sich was schenken

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Foto: pixabay.com

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Ich sitze neben einem Berg von Geschenken. Die sind leider alle nicht für mich, aber ich staune trotzdem ein bisschen mit. Das Geburtstagskind und ich „oooh“en und „aaah“en über all dem Kram und ich denke: „Schenken sich Tiere eigentlich auch was?“ Und dann fallen mir sofort ein paar Dinge ein, die im Tierreich so verschenkt werden. Ich spoilere mal: die sind allesamt praktisch und für irgendwas zu gebrauchen. Wenn Tiere sich was schenken, gibt es keine Staubfänger oder „Steh-im-Wegs“. Da gibt es nur Dinge, die entweder jemanden beeindrucken sollen oder eben wirklich richtig praktisch sind. Zwei davon stelle ich euch heute mal vor.

 

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Spinnen und Brautgeschenke

Einige Spinnenmännchen bringen ein essbares Brautgeschenk mit, wenn sie das Netz ihrer Angebeteten betreten, um sich zu paaren. Was romantisch klingt, hat einen lebenswichtigen Hintergrund: Spinnenweibchen finden es anscheinend nicht immer so super, wenn ein Männchen in ihrem Netz sitzt. Vielleicht greift da auch bloß der Jagdtrieb, aber Fakt ist, dass manchen Spinnenmännchen die Paarung nicht überleben. Die Weibchen fressen sie nämlich einfach auf und jedes Männchen, das mit ihnen anbandeln will, lebt gefährlich. Tatsächlich steigt die Überlebenswahrscheinlichkeit der Männchen deutlich an, wenn sie zur Paarung ein Geschenk mitbringen. Freundlichkeit lohnt sich hier also.

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Schillernde Nester

Laubenvögel heißen Laubenvögel, weil sie Lauben bauen – zumindest gilt das für einige Laubenvogel-Arten. Die Männchen müssen nicht besonders bunt sein, um ein Weibchen zu beeindrucken. (Ganz anders also, als der Blaue Pfau mit seinem Rad.) Hauptsache, sie können gut bauen. Das Weibchen sucht sich seinen Partner nämlich einzig und allein nach der Laube aus Ästen aus, die er ihr vor die Nase setzt.

Dementsprechend viel Mühe geben sich die Männchen: so eine Laube wird mit allem geschmückt, das irgendwie bunt ist. Das können Schnecken, Steine oder Beeren sein, aber auch Bonbonpapiere oder irgendwelches Plastikzeug, das so herumliegt. Und die Männchen haben Erfolg: viele von ihnen paaren sich mit mehreren Weibchen. Beim Brüten helfen sie dann allerdings nicht mehr.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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