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Natur und so

Wie entstehen Eisblumen?

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Foto: J. Prinz

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Vor ein paar Tagen stand ich noch im Schnee und jetzt höre ich draußen frühlingshaftes Vogelgezwitscher! So ganz traue ich dem Frieden noch nicht, denn die Temperaturumschwünge der letzten Zeit waren schon ganz schön krass. „Die große Kälte kommt erst noch“, sagte vor Kurzem ein Freund zu mir und ich habe ihm nicht geglaubt, weil es schon so warm war. Am Morgen darauf war es klirrend kalt und überall hing Reif in den Büschen. Dabei war ich mir so sicher, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Ich weiß also gerade nie, was mich wettermäßig erwartet, wenn ich morgens vor die Tür gehe. Doch manchmal ist mir die Kälte ganz egal. Zum Beispiel dann, wenn sie einfach schöne Dinge herbeizaubert: wie Eisblumen!

An der Bushaltestelle stehen Leute und fotografieren die Scheiben, als ich vorbeilaufe. Was ist da los? Dann sehe ich es und mache sofort auch ein Foto: über Nacht haben sich zauberhafte Eisblumen ausgebreitet, die jetzt in der Sonne glitzern. So schön! Und genau wie Schneeflocken hat jede eine eigene Form. Was brauchen die eigentlich zum Wachsen?

Foto: pixabay.com

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Zunächst mal: Wasser. Ist ja klar, sonst könnte ja nichts gefrieren. Und es braucht Temperaturen um den Gefrierpunkt, bei denen sich Wasserdampf bilden kann, der später gefriert, wenn es wieder kälter wird. Und dann brauchen die „Blümchen“ natürlich auch noch einen Ort zum Wachsen. In diesem Fall: die Scheibe der Bushaltestelle. Die muss in der Nacht ganz schön abgekühlt sein, denn nur auf dem kaltem Untergrund konnte das Wasser wieder fest werden. Die hübschen Muster entstehen, weil die Eisblumen eine Art „Starthilfe“ bekommen, zum Beispiel kleinen Staubkörnchen, von denen aus die Kristalle wachsen.

Wenn ihr das mit den Kristallen mal ohne Eis und Kälte ausprobieren wollt, empfehle ich euch Karolins Anleitung für die Salzkristall-Windlichter oder ganz einfach die zum Kristalle züchten. Ich selbst werde, statt nach Eisblumen, ab jetzt nach Frühblühern Ausschau halten. Das wäre doch gelacht, wenn wir den Frühling nicht herbeiwünschen könnten!

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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