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Natur und so

Wie heißt bloß diese Pflanze?!

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Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

„Wie heißt bloß diese Pflanze?!“ Der Gedanke ließ mich beim Waldspaziergang neulich einfach nicht los. Links und rechts des Weges wuchsen diese sehr hübschen, gelb blühenden…Dinger…und ich kam einfach nicht auf den Namen.

Dabei wusste ich, dass ich ihn schon gehört hatte. Und auch, dass die Pflanze eigentlich ein ganz gängiges Gewächs ist, dass man gerne kennen darf. Heimisch und so. Und trotzdem… Um rauszukriegen, was das nun ist, musste eine genaue Betrachtung her.

 

Foto: J. Prinz

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So sieht die Pflanze von oben aus. Sie geht mir bis übers Knie und ihre Blätter sind an der Spitze klein und unten ausladender.

Die Blattränder sind gezackt, aber ich finde, das sieht eher „stumpf“ aus. („Stumpf“ ist keine Fachbezeichnung. Eher die laienhafte Einschätzung einer Nicht-Botanikerin.) Ein paar Blätter haben Fraßgänge. Sowas kennen wir ja schon vom Salat und von der Kastanie

Sie blüht gelb, die unbekannte Pflanze und ihre Blüten sind einfach zu schön! Von der Seite sehen sie aus wie ein Trichter oder ein spitzer Hut.

Foto: J. Prinz

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Ich bin begeistert, kann mich aber immer noch nicht an den blöden Pflanzennamen erinnern. Das kann doch nicht so schwer sein. Diese markante Form muss man doch wiedererkennen. Besonders hübsch finde ich auch diese länglichen, grünen Gebilde an der Pflanze, in denen wohl die Samen stecken. Und dann endlich dämmert mir was!

Foto: J. Prinz

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Meine schlaue Schwägerin bringt mich letztlich drauf: Die kennt nämlich das Geheimnis dieser Pflanze schon lange und hat es auch ihren Kindern beigebracht: Wenn man eine „reife“ Samenhülle findet und anfasst, zerplatzt sie spektakulär, rollt ihre Seiten hoch und schleudert die Samen in alle Richtungen. Daher der Name. Die Kinder wissen jedenfalls, wie das geht. Und ich weiß wieder wie die Pflanze heißt: Springkraut!

J. Prinz

J. Prinz

Das Große Springkraut heißt wegen der heftigen Reaktion auch „Rühr‘ mich nicht an“. Das spiegelt sich sogar im lateinischen Namen: Wissenschaftlich gesehen heißt das Springkraut nämlich Impatiens noli-tangere. Impatiens sind die Springkräuter und noli-tangere stammt von noli me tangere, wörtlich übersetzt „rühr‘ mich nicht an“.

Wie man am Foto sehen kann, haben wir es aber doch angerührt. So wachsen auch im nächsten Jahr noch „Rühr‘ mich nicht an“s im Wald. Und ich kann mir in Zukunft den Namen der Pflanze besser merken. Das ist doch auch schön.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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