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Wie kommt der Safran in den Krokus?

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Foto: pixabay.com

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Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, fallen mir überall die vielen Krokusse auf. Hier im Blog haben wir ja auch schon mal erkundet, woher die eigentlich immer so genau wissen, wann es Zeit ist aufzuwachen. Doch war da nicht auch mal was mit Krokussen und Gewürzen? Safran kommt doch vom Krokus, oder?

Stimmt, doch leider nicht von unserer heimischen Sorte. Das wäre super, denn dann könnten wir alle losgehen und uns Küchengewürze aus den Krokussen sammeln. Safran wird nämlich aus den Stempelfäden einer speziellen Krokus-Art (Crocus sativus) gewonnen.

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Für die Ernte gibt es keine Maschinen, die fadenförmigen Blütenteile müssen alle per Hand abgepflückt werden. Der Pflanze dürfte das egal sein, denn im Gegensatz zu anderen Pflanzen kann sie die Stempelfäden sowieso nicht zur Fortpflanzung nutzen. Crocus sativus ist nämlich eine unfruchtbare Krokus-Mutation und vermehrt sich nur, wenn man seine Knolle teilt.

Für ein Kilogramm Gewürz müssen bis zu 200.000 Krokusse per Hand von ihren Stempeln befreit werden. Die Pflanze blüht auch nicht das ganze Jahr, sondern nur für einige wenige Herbstwochen. Kein Wunder, dass Safran so teuer ist. Ein Gramm Delikatess-Safran kann mehr als zwanzig Euro kosten.

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Die gelbe Farbe von Safran-Gerichten kommt übrigens von den in der Pflanze enthaltenen Carotinoiden – den gelben Farbstoffen. Wenn ihr euch mal was gönnt und mit Safranfäden kocht, achtet darauf, dass ihr das Gewürz vor Licht geschützt aufbewahrt. Sonst könnte es bleich werden und seinen Geschmack verlieren. Dann hätte sich die mühevolle Ernte überhaupt nicht gelohnt. Und das wäre doch wirklich schade.

P.S.: Ich kenne übrigens jemanden, der hartnäckig behauptet, der Plural von “Krokus” sei “Krokanten”. Ich glaube, der will mich ärgern. Oder?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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