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Natur und so

Woher kommen Fruchtfliegen?

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Foto: pixabay.com

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„Oh nein“, sage ich. „Ich hab‘ den Blog-Beitrag vergessen!“ Schuld ist das Telefon. Ich hab‘ mich einfach mal gepflegt „vertelefoniert“. Außerdem bin ich heute sowieso schon abgelenkt, weil ich eigentlich auf einer Tagung bin und mir die Vorträge von heute noch im Kopf herumschwirren. Jetzt ist es schon fast Mitternacht und mir fehlt die Inspiration. Aber hier im Blog vergessen wir nie einen Blog-Beitrag. Nie. Das Telefon-Gegenüber muss herhalten. „Schnell, sag mir ein Naturthema!“ Eine Frage kriegen wir gerade noch hin: „Diese Viecher in meiner Küche. Wo kommen die eigentlich immer her?“

 

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Die „Viecher“ sind Fruchtfliegen, auch Taufliegen genannt. Biologen aus aller Welt kennen sie unter dem Namen Drosophila melanogaster. Für Laboranten, Evolutionsforscher oder Froschzüchter ist die Fliege außerdem sowas wie ein berufliches Haustierchen. Sie vermehrt sich unheimlich schnell und lässt sich dadurch sehr gut über mehrere Generationen hinweg beobachten … oder eben schnell zum Verfüttern nachzüchten.

Vielleicht kennt ihr die Fruchtfliegen auch. Das sind die winzigen Biester, die irgendwie immer dann auftauchen, wenn man gerade eine frische Obstschale aufgestellt hat. Als hätten sie einen eingebauten Radar, umschwirren die Fliegen das Obst (daher auch der Name Obstfliege) und sind einfach nicht mehr wegzukriegen. Wie schaffen die das?

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Tatsächlich schleppen wir uns die Fliege häufig selbst ins Haus. Wir kaufen Obst und die winzigen Fliegeneier gleich mit, denn die kleben irgendwo an der Schale von Äpfeln oder Birnen. In unserer warmen Küche entwickeln sich dann die Fliegen. In anderen Fällen werden die Tiere vom Geruch unseres Obstkorbes angezogen und schwirren einfach zum Fenster herein. Vor allem sehr reife Früchte haben es der Fruchtfliege angetan.

Und wie wird man sie wieder los? Schaut mal in euren Mülleimer. Wölkt eine Fliegenwolke hoch, wenn ihr den Deckel aufmacht? Dann: Müll raus. Die Fliegen sitzen an irgendwelchen Essenresten. Macht bloß nicht den Fehler, den eine Kollegin mal gemacht hat, und wascht die Küchenschränke mit Essig aus. Fruchtfliegen heißen nämlich nicht nur Taufliegen, Obstfliegen oder Drosophila, sondern auch Essigfliegen. Die Tiere in der Küche meiner Kollegin mochten also die Schränke hinterher umso lieber und legten sicher auch noch das eine oder andere Ei extra ab.

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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