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Zapfen auf – Zapfen zu

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Foto: pixabay.com

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Die Kiefer an der Ecke hat gerade jede Menge Zapfen abgeworfen. Dicht an dicht liegen sie nebeneinander auf dem Boden. Doch Moment! Sahen die nicht neulich noch anders aus? Breiter und geöffnet? Heute liegen sie schmal und kompakt unter dem Baum. Was ist da los? Können Zapfen mal geöffnet und mal geschlossen sein? Und wie! Ich hab euch Fotos gemacht!

Die Erklärung vorweg: zwischen meinen beiden Besuchen an der Kiefer lagen  mehrere Tage und verschiedene Wetterlagen. Die geöffneten Zapfen hatte ich bei strahlendem Sonnenschein gesehen, die geschlossenen bei Nieselregen und nassem Boden.

Foto: J. Prinz

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Für diesen Blog-Beitrag habe ich extra mal zwei Zapfen von meinen letzten Besuch beim Baum mitgenommen. Nicht, dass ich eine Entschuldigung dafür bräuchte, Sachen aus der Natur mit nach Hause zu nehmen. Meine Strandfunde kennt ihr ja schon und wenn die coolen Viecher draußen (also sowas wie der Schwarze Moderkäfer, den Karolin mal gefunden hat) nicht so empfindlich wären, hätte ich sicher auch schon längst welche mitgeschleppt. Jedenfalls… beide Zapfen waren geöffnet, als ich sie nach Hause getragen habe. Im Dienste der Wissenschaft habe ich einen davon in eine Schüssel mit Wasser gelegt. Das Ergebnis: siehe Foto.

Foto: J. Prinz

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Man sieht: Der nasse Kiefernzapfen ist zu, der trockene offen. Doch warum ist das so? Ich habe, um die Antwort zu veranschaulichen, den trockenen Zapfen mal geschüttelt. Ihr seht hier den Grund, warum Eichhörnchen und Mäuse immer die abstehenden Schuppen der Zapfen abreißen oder -nagen. Die wollen an das, was in einem Zapfen steckt. Auf jeder der hölzernen Schuppen liegt nämlich ein Samenkorn, das an einem hauchdünnen Fähnchen hängt. Bei trockenem Wetter, wenn die Zapfen offen sind, können die Samen herausfallen und vom Wind mitgeweht werden. Das Fähnchen sorgt dafür, dass sie Samen weit fliegen.

Ich will mal schwer hoffen, dass die Kiefernzapfen vom Baum an der Ecke jetzt mal endlich dauerhaft geöffnet bleiben und das Wetter beständig warm bleibt. Was ich mit meinen beiden Kiefernzapfen mache, weiß ich noch nicht. Vielleicht lege ich sie einfach wieder unter den Baum – für die Mäuse und die Eichhörnchen.

 

 

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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