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Zecken-Zeit: 5 Fakten über die Blutsauger

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Foto: pixabay.com

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Wenn es wärmer wird, zeigen sich nicht nur die ersten grünen Triebe an Bäumen und Sträuchern. Auch die Zecken werden nun aktiv und lauern auf einen Wirt, dessen Blut sie saugen können. Obwohl die Spinnentiere so klein sind, dass sie nicht immer sofort entdeckt werden, ist die Furcht vor ihnen groß und das Wissen über sie oft recht dürftig. Irrtum oder Wahrheit? Hier sind die Fakten.

1. Zecken fallen nicht vom Baum

Das Gerücht, dass Zecken sich aus Baumkronen auf einen zufällig darunter hergehenden Spaziergänger fallen lassen, hält sich hartnäckig. Ich kenne es bereits aus meiner Kindheit und die ist nun echt eine Weile her.

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Zecken halten sich viel lieber in Bodennähe auf und lauern in Gräsern und Sträuchern auf einen Wirt. Klettern können sie nur bis in eine Höhe von maximal 1,50 Metern. Es gibt auch einige Arten, die aktiv jagen und sich etwas schneller als eine Weinbergschnecke fortbewegen. Auf Bäumen hocken sie aber auch nicht.

2. Zecken stechen

Auch wenn immer die Rede von einem Zeckenbiss ist – Zecken stechen. Davon merken wir allerdings nichts, denn sie produzieren ein Betäubungsmittel und haben so alle Zeit der Welt, sich ihre Mahlzeit zu sichern. Zuerst reißen sie die Haut mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) auf und dann saugen sie mit ihrem Stechrüssel (Hypostom) das Blut heraus.

3. Auch die Männchen saugen Blut

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Ob Weibchen oder Männchen – Blutsauger sind sie beide. Allerdings schlürfen die Männchen eine wesentlich kleinere Menge Blut als die weiblichen Tiere. Sie benötigen es lediglich für ihre eigene Ernährung. Der Bedarf der Weibchen ist höher, weil sie das Blut auch brauchen, um Eier zu bilden. Deshalb saugen Männchen auch „nur“ ein paar Tage, während Weibchen locker zwei Wochen schlürfen können. Immer vorausgesetzt, sie werden nicht entdeckt.

4. Herausziehen statt ertränken, ersticken und vergiften

Hat sich eine Zecke festgesetzt, sollte sie zügig entfernt werden. Das gelingt am besten mit einer Pinzette oder einer Zeckenkarte (in der Drogerie erhältlich). Greift die Zecke beherzt mit der Pinzette so dicht wie möglich an der Haut und zieht gleichmäßig, bis sie sich löst. Die häufig als Hausmittel gepriesenen Methoden schaden mehr als sie nützen. Zecken atmen durch den Po, wurde mir früher erzählt. Und wenn man den mit Rizinus, Alkohol oder Klebstoff verschließt, lassen sie sich fallen. Quatsch! Bloß nicht! Dadurch vergrößert sich höchstens die Gefahr, dass Krankheitserreger in die Wunde gelangen.

5. Nicht jeder Zeckenstich macht krank

Foto: FotoDB.de Zecken-Karte via photopin (license)

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Zecken können zwar Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, tun dies aber nicht in jedem Fall. Nicht jede Zecke ist infiziert und gibt Erreger an den Wirt weiter. Deshalb ist es auch nicht unbedingt notwendig, nach einem Zeckenstich zum Arzt zu gehen. Nur wenn ihr die Zecke selbst nicht herausbekommt oder sich die Einstichstelle (mit einem Kugelschreiber markieren) nach ein paar Tagen auffallend rötet oder juckt, ist ein Arztbesuch angesagt. Wer sichergehen will, kann sich gegen FSME impfen lassen, gegen Lyme-Borreliose gibt es keinen Impfstoff. Die Krankheit kann aber bei frühzeitiger Erkennung gut mit Antibiotika behandelt werden. Der beste Schutz ist natürlich, sich gar nicht erst stechen zu lassen. Deshalb solltet ihr euch nach dem Picknick auf der Wiese, dem Spaziergang im Wald oder der Gartenarbeit gründlich nach den kleinen Biestern absuchen.

Autorin: Karolin Küntzel

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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