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Amaranth, Quinoa, Bulgur – Wo ist der Unterschied?

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“Schreib doch was über Amaranth”, sagt die Kollegin, als ich mit ihr im Büro sitze. Ich hole Luft, um zu antworten und halte dann inne. Ist Amaranth nicht ein Getreide? Vor meinem geistigen Auge taucht eine Schüssel mit kleinen Klümpchen auf. Ist das Amaranth? Oder Quinoa? Aber dieser Salat mit Bulgur, den ich mal auf einem Geburtstag gegessen habe, sah doch fast genauso aus. Ich glaube, es wird Zeit, dass ich der Sache mal auf den Grund gehe, denn jetzt will ich es auch wissen: wo ist bei Bulgur, Quinoa und Amaranth eigentlich der Unterschied – botanisch gesehen?

 

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Amaranth

Gleich mal alle Irrtümer beiseite: Amaranth ist kein Getreide. Er gehört, botanisch gesehen, zu den Fuchsschwanz-Gewächsen, einer Pflanzenfamilie, die mehr als 2.000 Arten enthält. Der Amaranth ist grob verwandt mit Spinat und Roter Bete, aber er ist auf jeden Fall kein Süßgras, so wie echtes Getreide. Seine Samen werden in Salaten oder Pfannengerichten verwendet und manchmal auch in einer gepufften Variante im Müsli. Er enthält eine ganze Reihe cooler Inhaltsstoffe, darunter die Aminosäure Lysin, die unser Körper nicht selbst herstellen kann, sondern mit der Nahrung aufnehmen muss.

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Quinoa

Auch Quinoa ist kein Süßgras und damit kein Getreide. Im Prinzip sind sich Quinoa und Amaranth sehr ähnlich, denn sie gehören beide zu den Fuchsschwanz-Gewächsen – allerdings zu verschiedenen Unterfamilien. Die Inkas haben diese Pflanze vermutlich ähnlich wie Getreide genutzt, also die Samen gekocht. Heutzutage wird Quinoa häufig als Ersatz für Reis verwendet, da er viel Eiweiß enthält und außerdem viele Aminosäuren und Mineralstoffe. Seine Blätter landen im Salat.

 

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Bulgur

Jetzt aber: Bulgur ist nun wirklich ein Getreide und zwar Hartweizen. Wenn man es genau nimmt, ist Bulgur sogar bloß geschredderter Weizen, dem man den Keimling und ein paar Randschichten entfernt hat. Na gut und vorgekocht ist er auch noch. Ich persönlich könnte wahrscheinlich in einem Salat die Samen von Amaranth und Quinoa nicht auseinander halten, aber den Bulgur würde ich allein schon daran erkennen, dass er in Bruchstücken vorliegt.

Was esst ihr denn so am liebsten? Ich gehe jetzt mal kochen und denke darüber nach, was ich unter mein Gemüse mische. Wahrscheinlich Nudeln oder so.

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Autor: Johanna Prinz

ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

2 Kommentare

  1. Hi, Johanna Prinz!
    Vielen Dank für die Aufklärung “Quinoa + Bulgur” : Hatte heute mein 1. Geschmackserlebnis und bin überrascht, wie gut es war. Besser als Reis, weil ich es geschmacksintensiver und “körniger” war. Werde ich gerne in meine Rezeptkiste aufnehmen und in meinem Geschmackssinn weiter entwickeln. Vielleicht gibt es schon eine Rezeptsammlung für diese “Lebensmittel”? Suche Ideen in Kombi mit Gemüsen, Kräutern, Früchten, Gewürzen? Oder mit Zutaten wie Käse und Obst???
    Danke! Ich freue mich über einen Hinweis!

    • Sehr gern geschehen! Auf die Frage nach den Rezeptideen, weiß ich leider auch keine richtige Antwort. Ich persönlich müsste das Internet bemühen. (Jeder, der mich kennt, lacht sich gerade kaputt. Ich bin leider weder für einen grünen Daumen noch für große Kochkünste berühmt – sorry.) Ich weiß aber, dass es tolle Rezepte für Quinoa-Aufläufe gibt. Und wenn man langweiliges Gemüse mit irgendwas michschen will, bietet sich Quinoa auch an. Aber da hört mein Wissen leider auch schon auf.

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