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Natur und so

Geheimnisvolles Tulpenwachstum

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Foto: pixabay.com

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So langsam sehne ich den Frühling herbei und mit ihm die ersten Blumen. Ein paar Krokusse sind schon aus der Erde gekrochen, die Schneeglöckchen stehen in voller Pracht, nur drinnen fehlt noch ein wenig Farbe. So kaufe ich meine ersten Tulpen des Jahres und schaue ihnen seitdem beim Wachsen zu. Das tun sie ausgiebig, aber warum eigentlich?

Vasenwachstum

Stellt man Tulpen zusammen mit anderen Blumen in die Vase, fällt es schon nach einem Tag ins Auge. Die Tulpen wachsen schneller als die anderen Blumen und überragen sie bereits nach kurzer Zeit.

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Auch reine Tulpensträuße wachsen scheinbar unaufhörlich. War die Vase von der Länge her am ersten Tag völlig ausreichend, scheint sie zwei Tage darauf schon viel zu kurz, und die Tulpen beugen sich weit über den Rand. Zehn Zentimeter zusätzliches „Vasen-Wachstum“ sind für sie überhaupt kein Problem

Erst teilen, dann strecken

Tulpen wachsen zu Beginn durch Zellteilung. Und im Anschluss daran durch Zellstreckung. Das bedeutet, die Zellen wachsen nur noch, indem sie Wasser aufnehmen und sich dadurch in der Länge ausdehnen. Tulpen sind wahre Meister dieses Prinzips.

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Denn selbst nach der Trennung von der Zwiebel wachsen sie tagelang ungehemmt weiter, solange sie nur genügend Wasser bekommen. Das starke Wachstum der Tulpen gehört zu ihrer Überlebensstrategie. Denn jede Zwiebel bringt nur eine Blüte im Jahr hervor und die soll weithin sichtbar sein.

Hinderliches Holz

Und warum wachsen vor allem Tulpen in der Vase weiter und andere Blumen nicht? Das liegt daran, dass Tulpen nicht verholzen, wie es zum Beispiel Rosen tun. Rosen wachsen schon vor der Blüte sehr stark. Zur Blüte sind die einzelnen Zellen dann aber so sehr von Verholzungen umgeben, dass der Stil nicht weiter wachsen kann. Die Rose bildet dann nur noch die wunderschöne Blüte aus.

(Teile des Textes stammen aus einem meiner älteren Bücher: Karolin Küntzel, Warum die Dinge sind wie sie sind, Compact Verlag, 2010)

 

 

 

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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