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Nandus: Fliegen? Nein danke.

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Mehr als 25 Jahre ist es jetzt her, dass in der Nähe von Lübeck ein paar südamerikanische Nandus aus einem Gehege ausbrachen und sich in Nordwestmecklenburg ausbreiteten. Der Fall ging damals durch alle Medien, weil die Nandus einfach nicht machten, was alle vermuteten: im nordeutschen Winter eingehen. Stattdessen fingen die Tiere an zu brüten und auf den Feldern ihre Jungen großzuziehen. Bis heute kann man beim Spazierengehen noch freilebende Nandus sehen. Zeit für ein paar Informationen über einen spannenden Vogel.

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Laufen statt fliegen

Nandus stammen aus Südamerika und gehören zu den flugunfähigen Vögeln. Sie haben zwar Flügel, allerdings sind diese so klein, dass an Fliegen nicht zu denken ist. Ähnlich wie auch der größere Strauß, hat sich auch der Nandu in eine andere Richtung entwickelt und gehört heute zu den Laufvögeln. Spannend: Während Strauße und Nandus sich mit ihren langen Beinen, dem gedrungenen Körper und den langen Hälsen ähnlich sehen, haben sie sich getrennt voneinander entwickelt. Der Strauß kommt in Afrika vor, der Nandu in Südamerika.

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Alleinerziehende Väter

Nandus können so schnell laufen, dass sie in einer 50er-Zone geblitzt würden. Und sie haben ein äußerst interessantes Fortpflanzungsverhalten. Während der Fortpflanzungszeit besetzen die Männchen einen Nestplatz, den sie vehement bewachen.

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Auch die Eier werden vom Männchen allein ausgebrütet. Schlüpfen die Küken, folgen sie dem Männchen und lernen von ihm, welche Nahrung geeignet ist. In Norddeutschland kann das auch schon mal eine Rapsblüte oder etwas Weizen sein.

Nandu ist nicht gleich Nandu

Insgesamt gibt es derzeit fünf anerkannte Unterarten des Nandus. Verbreitet sind alle vor allem auf der Ostseite des südamerikanischen Teilkontinents. Dass sind die wärmeliebenden Tiere ausgerechnet im kalten Norddeutschland ansiedeln und dort erfolgreich brüten – damit hätte vermutlich niemand gerechnet.

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Autor: Johanna Prinz

ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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