
Foto: Karolin Küntzel
Die Sommer werden immer wärmer und die Böden immer trockener. In Bayern stemme ich mich zum Beispiel mit aller Kraft auf die Schaufel, um in der harten Erde ein Loch für eine Neuanpflanzung auszuheben. In Berlin rieselt mir stattdessen noch in 30 Zentimeter Tiefe feinkörniger, trockener Sand entgegen. Beides ist nicht ideal und erfordert viel Gießkanneneinsatz, um die Pflanzen durchzubringen. Der ließe sich überall reduzieren, wenn Regenwasser im Garten nicht einfach abfließt, sondern schlau geleitet und im Garten gehalten würde. Wie das funktioniert, erklärt Jens Maute in seinem Buch.
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Foto: Karolin Küntzel
Regen, der in den Garten fällt, sollte auch dort bleiben. Das Wasser kann in Regentonnen oder Zisternen gesammelt und später zum Gießen verwendet werden. Wir hatten im Schrebergarten an jedem Fallrohr eine Tonne stehen. Und obwohl das Dach der Laube nicht groß war, fingen wir so eine erstaunliche Menge Regenwasser auf. Bei großen Grundstücken und Dachflächen kann sich sogar eine im Garten verbuddelte Zisterne lohnen, aus der bei Bedarf Wasser zur Bewässerung gepumpt wird.
Versickern
Gut für den Boden ist es, wenn Wasser an Ort und Stelle versickern kann. Dazu sollten möglichst große Fläche unversiegelt sein. Stellplätze kann man mit Rasengittersteinen versehen und Terrassen und Wege so bauen, dass Wasser auch dort einen Weg in den Untergrund findet. Bei Starkregenfällen oder Hanggärten hilft es, den Fluss des Wassers durch Begrenzungen und Mulden zu lenken und zu verlangsamen. Wertvoller Gartenboden wird nicht weggeschwemmt und ein Teil der Regenmenge kann zeitversetzt versickern.
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Foto: Karolin Küntzel
Im Buch finden sich viele Tipps, wie man Regenwasser im Garten gekonnt an die Stelle leitet, wo man es haben möchte. Kleine Veränderungen im Gelände, Überläufe, Ablaufrinnen, schmale Gräben und Mulden bietet sich für das Wassermanagement an. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gibt es Planungshinweise, Bauanleitungen und Pflanzentipps, damit ihr nach einer kurzen Bestandsaufnahme in eurem Garten gleich loslegen könnt.
Ich nehme viele Anregungen mit und werde sicher den einen oder anderen Tipp umsetzen. Besonders die kleinen Rinnen und Gräben haben es mir angetan, denn sie sind nicht nur sinnvoll, sondern auch ein wunderbares Gestaltungselement im Garten.
Jens Maute
Wasser im Garten clever managen
Gestalten Sie Ihren Garten so,
dass er mit viel und wenig Wasser auskommt –
mit Sickermulden, wechselfeuchten Beeten und bepflanzten Rinnen
2026, Kosmos Verlag
ISBN 978-3-440-184110
22 Euro
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