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Natur und so

Windflüchter und Zauberklang

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Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Auch bei Flaute sehen sie aus, als würde der Wind sie bedrängen. Die Windflüchter, schiefe Bäume und Sträucher, nehmen teilweise recht bizarre Formen an. Einige von ihnen haben es nicht nur auf Fotos geschafft, sondern sind zum Wahrzeichen einer Region aufgestiegen wie der Sabina, ein Phönizischer Wacholder auf der Insel El Hierro. Wie wird man Windflüchter?

Wind-Wuchs

Als Windflüchter wird man nicht geboren, man wird dazu gemacht. Klein anzufangen ist dafür eine gute Voraussetzung. Noch wichtiger ist der Wind. Er sollte schön kontinuierlich blasen. Nicht zu schwach und nicht zu selten, aber auch nicht zu stark. Deshalb findet man Windflüchter vor allem an den Küsten, auf Bergrücken und an anderen exponierten Standorten. Wächst dort ein Pflänzchen heran und ist dabei ständig dem Wind ausgesetzt, werden die jungen Triebe auf der windzugewandten Seite abgeschliffen. Schleifmittel sind der Sand und Eiskristalle im Winter, die der Wind mit sich führt. So bilden sich auf der Windseite erst gar keine Zweige und Äste aus. Baumkronen wachsen asymmetrisch und Stämme werden durch den Winddruck schief.

Der Klang des Windes: Äolsharfe

Foto: pixabay.com

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Exemplare mit Kronen, die sich fahnenartig vom Wind abwenden, nennt man auch Windharfen. Der Name erinnert an die Wind- und Wetterharfen, die auch unter dem Namen Äolsharfen bekannt sind. In der griechischen Mythologie war Aeolus der Herrscher über die Winde. Die nach ihm benannte Harfe besteht aus einem Resonanzkörper und mehreren gleichlangen Saiten. Diese werden durch einen Luftstrom oder den Wind zum Klingen gebracht. Die größte Windharfe Europas kann im Rittersaal des Alten Schlosses in Baden-Baden belauscht werden. Auch in vielen anderen Städten gibt es inzwischen Windharfen, zum Beispiel in Ulm, Bremen, Wiesbaden, Rendsburg oder Hannover. Wer nicht dorthin reisen möchte, bekommt auf der Seite der Uni Ulm (http://www.uni-ulm.de/einrichtungen/muz/emu/windharfe.html) einen Eindruck, wie das Instrument klingt. Sphärisch! Schön wie die windschiefen Bäume.

 

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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