Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Diese rot-schwarzen „Käfer“ im Park

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Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

Jedes Jahr sehe ich sie über Gehwege und Baumstämme rennen: Rot-schwarze Tiere, die aussehen als wären sie am Hinterleib zusammengewachsen. „Feuerkäfer“ heißen sie im Volksmund oft, doch in Wirklichkeit gehören diese „Käfer“ zu den Wanzen. Das Feuer im Namen stammt von der knallroten Färbung und ich erzähle euch heute, warum die Feuerwanzen einmal im Jahr so sehr aneinanderkleben.

Auf einem Spaziergang neulich habe ich sie entdeckt: Feuerwanzen. Die Farbe ist so markant, dass ich sie sofort wiedererkenne und diese komischen Zweier-Tandems habe ich auch schon mal gesehen. Ein Foto zu bekommen war schwer.

Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

Offenbar reichte mein Schatten schon aus, damit die Wanzen die Flucht ergriffen. Auch, dass ich mich ganz nah über sie beugte fanden sie nicht gerade toll. Ich habe also gelernt: Wanzen können Synchronrennen. Eine rennt vorwärts, die andere rückwärts. Für die paar Fotos waren sehr seltsame Verrenkungen nötig, bei denen mich hoffentlich niemand gesehen hat.

Feuerwanzen, die so an ihrem Partner hängen, sind gerade mitten in der Paarung. Kein Wunder, dass die nicht gestört werden wollen. Manchmal trennen sich die Tiere schon nach ein paar Stunden wieder, doch es kommt auch vor, dass Männchen und Weibchen mehrere Tage „unzertrennlich“ sind. Für die Männchen hat das den Vorteil, dass sich ein begattetes Weibchen nicht sofort mit anderen Wanzen-Männchen paaren kann und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die eigenen Gene weitergegeben werden.

Foto: J. Prinz

Foto: J. Prinz

Wenn ihr selbst einmal Feuerwanzen beobachten wollt, sucht euch eine Linde und schaut am Stamm nach. Die Insekten leben gerne in größeren Gruppen, in denen auch Tiere unterschiedlichen Alters zusammenhocken. Die jüngeren Feuerwanzen erkennt ihr an ihrem rein roten Hinterleib. Unter den Linden sitzen sie übrigens gerne, weil sie deren Samen leicht mit ihrem Saugrüssel anstechen können. Vielleicht kriege ich beim nächsten Mal ein Foto von einer kompletten Wanzenfamilie hin.

Wie ist es bei euch? Habt ihr dieses Jahr schon Feuerwanzen gesehen?

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

4 Kommentare

  1. Moin Johanna

    Bei uns im Garten sind jedes Jahr diese wanzen zu beobachten. Ich habe mich schon immer gefragt was die da treiben ! Bei uns sind die Wanzen aber nicht so scheu, und man kann sie gut und lange beobachten. Komm doch einfach mal vorbei.

    Gruß Henning

  2. Bei uns sind die in Scharen auf meinem Holz und der Holzlege. An der Holzlatte der Lege hängen bestimmt zwischen 30 und 50 solcher Käfer aneinander.
    Was kann ich dagegen tun, ich will sie ja nicht mit dem Holz in der Wohnung haben?

    • Gute Frage. Gefährlich sind sie ja nicht, aber man will ja auch, dass sie draußen bleiben. Vielleicht hilft es, das Holz beim Reinholen kurz irgendwo gegen zu klopfen? Dann müssten sie ja runterfallen.
      Viele Grüße
      Johanna

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