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Weltgrößter Stinker: Titanwurz

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Eine Pflanze war einem Fernsehsender bei uns eine ausführliche Berichterstattung wert. Die Rede ist vom Titanwurz, der dieser Tage im Botanischen Garten der Christian-Albrechts-Universität in Kiel blüht. Das ist doch nichts Besonderes, denkt ihr nun vielleicht. Ist es aber doch, denn die Pflanze hat nicht nur die größte Blüte der Welt, sie blüht auch nur alle paar Jahre für drei Tage und dabei stinkt sie fürchterlich.

Der Kieler Titanwurz (Amorphophallus titanum) ist stolze 2,16 Meter hoch und in der Nacht zum 1. Juni erblüht. Sofort wurden die Öffnungszeiten des Botanischen Gartens verlängert, damit Fans der Riesen-Stinke-Blume ihr einen Besuch abstatten und eine Nase voll nehmen können. Und Pilgerer gibt es genug.

Als die Blume 2012 das erste Mal blühte, bildeten sich lange Schlangen vor dem Kübel. 12.000 Bewunderer gab es damals. Ob es diesmal wieder so viele werden? Wohl eher nicht, wenn man den Schätzungen glaubt. Sie prognostizieren rund 8000 Besucher. Die anderen 4000 haben vielleicht noch vom letzten Mal die Nase voll.

Stinken als Strategie

Der Titanwurz soll dermaßen übel riechen, dass den Menschen in seiner Nähe regelrecht schlecht werden kann. Wo andere Blumen duften, riecht der Wurz nach ollem vergammelten Fleisch. Der Aasgestank lockt, wie übrigens der Blütenduft anderer Pflanzen auch, Insekten an. Und sie sind für das Überleben der Pflanze wichtig, da sie die Bestäubung übernehmen. Der Kieler Titanwurz ist in den letzten Jahren nicht bestäubt worden, was dazu geführt hat, dass er auch 2014 geblüht hat und damit alle zwei Jahre. In den Regenwäldern Sumatras, wo die Pflanze heimisch ist, geschieht das nur ungefähr alle 15 Jahre einmal und die Pflanze stirbt nach der Blüte oft entkräftet und von Tieren angefressen ab.

Falls ihr euch selbst ein Bild vom Titanwurz machen möchtet, könnt ihr entweder die Bilder der Kieler Webcam betrachten (http://www.uni-kiel.de/nickol/Garten/Titanenwurz2016.html), oder noch schnell im Botanischen Garten vorbeidüsen. Wer das Schauspiel verpasst hat und mal wissen will, wie intensiv eine Pflanze nach Gülle riechen kann, findet in den Botanischen Gärten und Sammlungen folgender Städte ebenfalls einen Titanwurz: Bayreuth, Berlin, Bochum, Bonn, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Magdeburg, Marburg, München und Stuttgart. Wenn eine Blüte bevorsteht, erfahrt ihr es dort. Und dann? Nichts wie hin!

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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