Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Haben Frösche Zähne?

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Dialoge im Büro… „Ich brauche noch ein Blogthema. Jemand Ideen?“

„Als mein Sohn drei war“, sagt meine Kollegin, „wollte er immer wissen, ob Frösche Zähne haben. Schreib doch darüber.“

„Gute Idee“, sage ich und frage dann, wie alt ihr Sohn denn mittlerweile ist. Ich bezweifele, dass er mit Mitte zwanzig noch die gleiche Begeisterung für Froschzähne an den Tag legt, wie früher. Aber das Blogthema blieb. Auch, weil ich selber neugierig war.

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Ich kann mich nämlich noch daran erinnern, dass wir im Studium so einen Schädel-Kurs hatten. Der ist genau wie er klingt: man sitzt an einem großen Tisch voller Tierschädel und versucht herauszubekommen, von welchen Tieren die alle sind.

Der Schädel des Frosches ist mir im Gedächtnis geblieben, weil der Kiefer aus einigen wenigen langen Knochen besteht, sie so filigran wirken, dass man echt überrascht ist. Die sollen einen kompletten Kopf formen? Nur daran, ob Frösche Zähne haben, konnte ich mich nicht so Recht erinnern. Ich dachte „ja“, aber stimmt das auch?

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Es stimmt. Richtig riesige Zähne hat ein Frosch natürlich nicht. Einige Arten haben eher eine Art harte Kante im Maul. Aber andere Arten, wie der Schmuckhornfrosch sind Fleischfresser, die Beute wie Kaulquappen, Insekten oder sogar andere Frösche jagen. Damit die Beute nicht aus dem Maul rutschen kann, braucht ein Frosch dann Zähne. Zähnchen! Die sind winzig! Im Falle des Hornfroschs sind die Zähne nach hinten gebogen. Leider tendiert er dazu, auch Beute anzufallen, die größer ist, als er selbst. Dank seiner Zähne kann er die dann nicht mehr so einfach loslassen, wenn sich rausstellt: „zu groß“. Runterschlucken geht aber auch nicht. Ein Dilemma.

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Auch die westafrikanischen Frösche der Gattung Odontobatrachus haben Zähne – sogar besonders auffällige. Der Unterkiefer trägt zwei spitze Hauer, der Oberkiefer gleich zwei Reihen nach hinten gekrümmter Zähne. Dem will man nicht im Dunkeln begegnen, vermute ich. Zum Glück ist er aber nur ein paar Zentimeter groß und lebt im Regenwald. Puh!

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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