Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Alles Primel!

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Foto: K. Küntzel

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Kaum ist die Schneedecke weg und ein paar sonnige Tage sind da, explodiert der Garten: genauer gesagt die Pflanzen in ihm. Überall zeigen sich grüne Spitzen und die Knospen der Apfelbäume knistern in der Wärme. Noch viel bemerkenswerter sind aber die Primeln. Der ganze Garten ist voll von ihnen. Sie besetzen die Blumenbeete, quetschen ihre Blüten und Blätter zwischen den Latten der hölzernen Laufstege empor, besiedeln Steinplattenfugen, wachsen mitten im Rasen und machen sich schon vereinzelt in Richtung Bahndamm davon. Wo kommen die bloß alle her?

Primel-Liebhaber

Foto: K. Küntzel

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Meine erste Vermutung war: Die Vorbesitzer unseres Schrebergartens waren Primel-Liebhaber. Jedes Jahr im Frühling bekamen sie Töpfchen und Körbchen mit den bunten Frühblühern geschenkt und haben sie anschließend in den Garten verpflanzt. So wie ich es mit verblühten Narzissen, Traubenhyazinthen und ja, auch Primeln, ebenfalls tat. Zumindest in Bezug auf die Primeln ist jetzt damit Schluss, denn sie wachsen mir regelrecht über den Kopf beziehungsweise unter den Fuß. Im Garten gibt es kaum noch ein Fleckchen, an dem man nicht aus Versehen auf die bunten Blumen tritt. Kein vernünftiger Mensch pflanzt Blumen unter Trittschwellen und in Fugen.

Wie vermehren sich Primeln?

Foto: K. Küntzel

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Diese Frage tauchte im Gefolge der wundersamen täglichen Primel-Vermehrung im Garten auf. Wenn nicht der Vorbesitzer so eifrig am Primel-Pflanzen war, wer war es dann? Die Primel selbst. Nach kurzem Recherchieren fand ich heraus, dass sich die Pflanze sowohl unterirdisch durch Rhizome als auch durch Selbstaussaat vermehrt. Kein Wunder, dass sie ungehemmt alle Bereiche des Gartens besiedelt und sich nun auch schon über seine Grenzen hinweg ausbreitet. Da kennt sie nichts! Ich aber! Denn inzwischen bin ich dazu übergegangen, die Blumen auszugraben und zu verschenken. Die Nachbarn freut es und ich erobere nach und nach kleine Bereiche des Gartens für ein Beet mit Radieschen, Zwiebeln und Kartoffeln zurück. „Priml!“, würde der Kultkommissar Kluftiger aus dem Allgäu dazu sagen und ich wäre ganz seiner Meinung.

Autorin: Karolin Küntzel

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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