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Blumenerde als Klimakiller?

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Blumentopf Pixabay

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Macht handelsübliche Blumenerde unser Klima kaputt? Tja, ein bisschen schon, denn sie hat indirekt Einfluss auf den Ausstoß von Klimagasen. Ja wirklich! Schuld ist der Torf, der in abgepackter Blumenerde enthalten ist, oder besser: sein Abbau aus dem Hochmoor.

Die Hoch- und Niedermoore der Erde speichern in ihren Torfböden etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen. Dabei bedecken sie gerade mal drei Prozent der gesamten Landfläche. Eine Wahnsinnsleistung!

 

Moor Pixabay

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Torf kommt aus dem Moor

Der Torf des Hochmoors entsteht aus abgestorbenem Torfmoos: Welken die unteren Pflanzenteile, bleiben sie im nassen Boden liegen und zersetzen sich kaum. Aus ihnen entsteht unten Torf, oben wächst das Moos weiter. Auf diese Weise vergrößert sich ein Hochmoor langsam aber stetig.

Das Laufen auf dem nassen Moorboden fühlt sich an, wie auf einem Schwamm. Im Laufe der Jahrtausende sammeln sich hier nicht nur bergeweise tote Pflanzen an, sondern auch Unmengen an Kohlenstoff, der vorher in den Blättern enthalten war.

Torf Pixabay

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Moore sind Kohlenstoff-Speicher

Der Kohlenstoff aus dem Moorboden wird erst dann frei, wenn das Moor für die landwirtschaftliche Nutzung entwässert wird oder wenn der Torf ausgebaggert wird. Dann verbindet sich der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff aus der Luft und steigt als Gas Kohlendioxid (CO2) auf.

Zu viel davon in der Atmosphäre sorgt dafür, dass – vereinfacht gesagt – die Sonnenstrahlen daran abprallen und häufiger auf die Erde zurückgeworfen werden. Dadurch wird es wärmer. Weniger Kohlendioxid in der Atmosphäre wäre also eine gute Sache. Weniger Moornutzung auch. Durch Industrie und Verkehr, produzieren wir heute sowieso schon viel zu viel neues Kohlendioxid, da muss nicht auch noch der Kohlenstoff dazu kommen, der schon seit tausend Jahren im Boden liegt.

gärtnern pixabay

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Moorschutz gleich Klimaschutz

Was heißt das also? Einfach keinen Torf mehr aus dem Moor holen? Leichter gesagt als getan, denn es besteht ein ziemlich großer industrieller Bedarf. So ziemlich jedes Gemüse, das wir aus dem Supermarkt mitbringen, wurde zuerst im Gewächshaus auf Torfplatten ausgesät. Ein Riesenmarkt! Es gibt zwar bereits Forschungsprojekte, die eine Alternativen zum Torf finden sollen, doch mit Ergebnissen ist erst in vielen Jahren zu rechnen.

Wer nicht so lange warten möchte und jetzt schon aktiv sein will, kann mit dem Moorschutz im eigenen Garten anfangen. Dazu genügt es, im Pflanzenmarkt genau hinzuschauen, denn es gibt auch Blumenerde ohne Torf zu kaufen. Die ist vielleicht etwas schwerer zu finden, aber sie trägt deutlich zum Schutz der Moore und damit auch zum Klimaschutz bei.

In der Diepholzer Moorniederung gibt es jetzt ganz neu die MOORWELTEN – Europäisches Fachzentrum Moor und Klima. Mitte Oktober hat es seine Tore das erste Mal für Besucher geöffnet. Es ist das Neueste, allerdings bei Weitem nicht das einzige Moor-Informationszentrum in Deutschland.

Schaut euch um: Wo ist von euch aus gesehen das nächste Moor?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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