Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Dicke Brummer, schlechte Flieger: Junikäfer

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Foto: pixabay.com

Im Baum brummt und schnarrt es. Kurz darauf torkeln Käfer durch die Luft und kommen uns auf der Terrasse bedrohlich nahe. Die dicken Brummer können nicht besonders gut fliegen, landen mal laut klatschend an der Hauswand, verfehlen eine Pflanze oder stoßen sich am Tischbein. Von wegen gemütlicher Abend! Da die Insekten ständig auf uns zuhalten ist es mit der Ruhe vorbei. Auch auf der Dachterasse in sieben Meter Höhe bin ich den unkoordinierten Flugbewegungen der Tiere ausgesetzt. Mir reicht’s, ich gehe rein und schau mal nach, wer da so schlecht fliegt.

Dickes Ding

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Die Recherche geht schnell. Der Käfer, der uns den warmen Sommerabend verleidet hat, ist ein Junikäfer. Er gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) und heißt eigentlich Gerippter Brachkäfer. Weil er im Juni ausschwärmt wird er Juni- oder Sommerkäfer genannt. Schaut man sich das Tierchen genauer an, ist auch klar, warum es kein Flugkünstler ist. Der Käfer ist rundlich und ähnlich pummelig wie eine Hummel. Die Flügel erscheinen etwas unterdimensioniert für das Körpergewicht und so sehen seine Starts denn auch ziemlich schwerfällig aus. Immerhin: er fliegt, wenn auch ziemlich unbeholfen. Menschen verwechselt er gerne mal mit einem Baum, da er sich im Dunkeln am Horizont orientiert. Selbst schuld, wenn wir da im Weg sitzen. Er meint es nicht böse, wenn er uns ins Gesicht fliegt oder sich mit seinen Beinen in unseren Haaren verfängt. Lästig ist es dennoch.

Alle drei Jahre wieder

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Inzwischen weiß ich, dass der Spuk bald vorbei sein wird, denn die Käfer fliegen nur ein paar Wochen im Sommer. Sie schlüpfen im Juni und schwärmen dann aus, um sich zu paaren. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre befruchteten Eier in den Boden und sterben anschließend ab. Auch die Männchen sind dann am Ende ihrer Lebenszeit angekommen und im August sind die Käfer schließlich ganz verschwunden. Im Boden schlüpfen derweil die Larven aus den Eiern und entwickeln sich im Laufe der nächsten zwei Jahre zu fleischigen Engerlingen. Im dritten Jahr krabbelt eine neue Generation Junikäfer aus der Erde und das Schauspiel der torkelnden Käfer beginnt von Neuem. Na dann – guten Flug!

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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