Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Finden Tiere uns bescheuert?

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Foto: T. Prinz

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Meinem Bruder ist neulich was Lustiges passiert: Im gesperrten Frachtbereich eines Flughafens traf er einen Fuchs. Das ist jetzt erst mal nicht so ungewöhnlich. Viele Tiere, die wir eher in den Wäldern vermuten, halten sich in Städten auf. Wer in der Dämmerung oder nachts unterwegs ist, trifft sie häufig. Einige der tierischen Stadtbewohner finden wir niedlich, andere gruselig. Unser Blog-Artikel über die Tiere zwischen den Gehegen, zeigt, dass uns manche auch überraschen können. Und wenn wir sie treffen, benehmen wir uns manchmal seltsam. Ob die das merken?

Der Fuchs zum Beispiel, saß mitten auf dem Flugplatz und hatte einen 1A-Blick auf die seltsamen Zweibeiner, die auf Zehenspitzen um ihn herum schlichen, „um ihn nicht zu verscheuchen“. Der muss gedacht haben, die sind bekloppt. Schnell stellte sich nämlich heraus, dass dem Fuchs die vielen Menschen völlig egal waren. Den störten weder die Fahrzeuge, noch all die Handys, die ihre Mini-Linsen auf ihn richteten, noch Rufen oder Klatschen. Wahrscheinlich hat er sich innerlich an die Stirn getippt.

Foto: pixabay.com

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Auch bei Waschbären frage ich mich manchmal, ob die uns nicht seltsam finden. Die gehen so selbstverständlich in den Städten ein und aus, dass sie sicher schon das eine oder andere Urteil über uns gefällt haben. Da leben wir zum Beispiel neben den leckersten Nahrungsquellen und nutzen sie gar nicht. Die stehen da einfach, in großen Tonnen, auf der Straße herum und ab und zu kommt ein orangefarbenes Auto und nimmt alle mit. Wenn man sich – als Waschbär – beeilt, ist das ein Heidenspaß. Der Inhalt der Tonnen wird durchwühlt, sortiert und zum Teil gefressen. Lecker. Wer will da schon in den Park gehen und doofe Insekten sammeln. Da sitzen außerdem schon die mit den langen Ohren.

Foto: pixabay.com

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Wer sich unsicher ist, was er da genau im Park sieht, kann ja nochmal Karolins Artikel zum Unterschied von Hasen und Kaninchen lesen. Dann weiß man wenigstens, was einen da so hartnäckig ignoriert. Die Kaninchen lassen sich ja nicht mal stören, wenn Leute im Park über die Wiese laufen. Über Streichelversuche können die nur lachen. Manchmal denke ich, Tiere finden uns Menschen bekloppt. Geht euch das auch so, oder findet ihr das jetzt arg vermenschlicht?

 

 

 

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

Ein Kommentar

  1. ….und nicht zu vergessen die Wildschweine hier bei uns im Kottenforst
    die die Gärten umpflügen

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