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Natur und so

Gans ist nicht gleich Gans

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Foto: pixabay.com

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Ein Sonnenstrahl! Es ist ja kaum zu glauben, aber wenn das hier so weiter geht, kann man bald wieder gemütlich durch einen Park spazieren. Höchste Zeit, sich nochmal anzugucken, was einem dort so begegnen kann. Vor allem am Wasser sitzen manchmal mehrere große Vögel zusammen. Enten sind es nicht, ganz klar, sondern Gänse. Doch Gans ist nicht gleich Gans und einige Arten sind ziemlich bunt. Bedeutet das, dass das alles Zuchtgänse sind? Stammen die alle „von hier“? Oder müssen wir im Tierheim anrufen, weil jemand sein Haustier verloren hat? Gucken wir doch mal.

 

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Die Kanadagans

Da kann ich euch beruhigen: niemand muss irgendwo anrufen. Kanadagänse sind „echt wild“. Sie sitzen häufig zu mehreren in Stadtparks herum und wenn man nicht aufpasst, tritt man ständig in die kleinen Würstchen, die die Vögel überall fallenlassen. Kanadagänse sind die größten und häufigsten Gänse bei uns. Vermutlich werdet ihr sie häufiger sehen, als die – etwas kleinere – Graugans. In jedem Fall werdet ihr sie sofort an ihrem hellen Wangenfleck erkennen. Daran und an dem dunklen Schnabel.

 

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Die Nilgans

Auch sehr häufig in Parks: die Nilgans. Von London bis zum Dorfweiher: diesen Vogel habe ich schon sehr oft gesehen. Ich finde ja immer, dass Nilgänse irgendwie „gebückt“ gehen. Doch selbst wenn sie sich gar nicht bewegen, kann man sie nicht verwechseln. Total charakteristisch ist nämlich der braune Fleck, rund ums Auge. Sehr spannend: Nilgänse stammen tatsächlich vom Nil – aus Afrika. Sie wurden in unseren Breiten in Gefangenschaft gehalten und sind da wohl ein paar Mal abgehauen. Jetzt sind sie da – und hübsch.

 

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Die Rostgans

Rostgans und Nilgans haben gleich mehrere Dinge gemeinsam. Beide stammen ursprünglich aus anderen Gegenden und haben sich erst später bei uns angesiedelt. (In diesem Fall: die Rostgans stammt aus Asien.) Und beide Arten sehen ein bisschen aus wie Enten. Das hat ihnen eine Zuordnung zu den „Halbgänsen“ eingebracht. Wenn Rostgänse brüten, bauen sie nicht etwa Nester auf Bäumen oder am Boden, sondern sie suchen sich eine Höhle. Notfalls graben sie die auch selbst, aber ohne eine dunkle Behausung legt dieser Höhlenbrüter kein einziges Ei.

 

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Die Streifengans

Wenn man die Streifengans auf unseren heimischen Äckern sieht, käme man nicht im Traum darauf, dass die Tiere echt hart im Nehmen sind. In Tibet kommen sie in über 5.000 Metern Höhe vor und mit Kälte können sie richtig gut umgehen. Die Tiere bei uns verpaaren sich ab und zu mit Graugänsen, was interessante Mischungen abgibt. Ganz offenbar können sich die Küken später ebenfalls fortpflanzen, was bestimmt zu einem riesigen genetischen Durcheinander beiträgt. Ich würde zu gerne in hundert Jahren mal gucken, was da langfristig bei rauskommt. Die Natur ist einfach so spannend!

Lasst uns doch mal wissen, welche Gänse ihr so gesehen habt! Und vor allem: wo. War es ein Park, ein Strand oder ein Feldrand?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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