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Grüne Soße: Sieben Kräuter müssen rein

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Jede Region hat ja so ihre Spezialitäten. Bei uns ist es der Holsteiner Katenschinken und das Lübecker Marzipan, die Berliner haben ihre Currywurst und die Frankfurter ihre Grüne Soße. Sie hat es, sehr zu meinem Erstaunen, sogar bis in das Regal eines hiesigen Supermarktes geschafft. Da muss es wohl im Einkauf einen Zugereisten aus Hessen geben. In Frankfurt und Umgebung steht die Spezialität ab Gründonnerstag in unterschiedlichen Variationen auf den Speiseplänen. Eines ist jedoch immer gleich: die Zusammensetzung der Kräuter.

Sieben auf einen Streich

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In die „Grie Soß“, wie die Frankfurter ihre Delikatesse nennen, gehören genau sieben Kräuter. Nicht mehr und nicht weniger. Es sind Krause Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Sauerampfer, Pimpinelle, Kresse und Borretsch. Pimpi… was? Ungefähr die Hälfte der Zutaten werden den meisten Menschen bekannt sein. Bei Sauerampfer (gab es in meiner Kindheit lecker viel auf Wiesen), Borretsch und Pimpinelle sieht das häufig anders aus. Sie sind hier nicht so leicht zu bekommen. In Frankfurt kann man sie im Frühjahr an jedem Marktstand zu kleinen Sträußchen gebunden kriegen. Hier ist das etwas schwieriger und wer die Soße nicht fertig kaufen will, braucht entweder einen guten Kräuterhändler oder muss Eigeninitiative beweisen und sich die aromatischen Stängel auf der Fensterbank ziehen. Das geht nämlich ganz gut. Und dann?

Waschen, zupfen, hacken

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Die sieben Kräuter waschen, trocken schütteln und dann ganz fein hacken. Zusammen mit Schmand oder Quark, Saurer Sahne und Joghurt verrühren und schließlich mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Die fertige Soße schmeckt lecker zu hartgekochten Eiern, Ofenkartoffeln und (mein Favorit) Tafelspitz. Frankfurter Grüne Soße dürft ihr sie dann allerdings nicht mehr nennen, denn dieser Name ist inzwischen EU-weit geschützt. Nur Zutaten, die direkt aus der Mainmetropole oder den angrenzenden Kommunen stammen, dürfen sich mit diesem Namen schmücken. Das sollte euch aber nicht davon abhalten, den Kräutergarten anzulegen und die Soße „nach Frankfurter Art“ zu probieren.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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