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Bekommen Eisbären ihre Jungen im Schnee?

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Foto: pixabay.com

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Zumindest in Lübeck ist der Frühling noch nicht da*. Es ist hier einfach nicht gemütlich. Im Gegenteil: die Winterjacke musste sich nochmal aus dem Schrank bequemen und das kalte Wetter (gestern: Hagel!) verleitet mich zu winterlichen Überlegungen. Sollt jetzt im Frühling nicht alles sonnenwarm sein, damit junge Vögel und Eichhörnchen groß werden können? Wie machen das bloß Tiere, in deren Umgebung es immer kalt ist. Eisbären zum Beispiel bekommen ihre Jungtiere im Winter.

Ob die Fortpflanzung Erfolg hat, hängt davon ab, ob das Eisbärweibchen genug wiegt. Sie braucht für die Geburt nämlich eine Menge Kraft, denn Eisbären warten nicht auf den Frühling.

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Das Weibchen sucht sich einen Ort im Schnee, der nicht zu nah am Meer liegt und gräbt sich dort eine gemütliche Höhle. (Gemütlich ist ja relativ.)

Das Männchen wandert in dieser Zeit bereits von dannen und zieht deshalb auch nicht mit ein. Die Höhle einer Eisbärin ist etwa vier Wochen vor der Geburt der Jungen (und der Mädchen) fertig. Die Wartezeit überbrückt das Weibchen, indem es sich in die Höhle zurückzieht und ruht.

Eisbärkinder werden mitten im November geboren. Meistens sind es Zwillinge und die sind wirklich winzig. Jedes Bärchen wiegt unter einem Kilogramm und hat ein dünnes Flaumfell – ohne ihre Mutter wären die Bärenkinder wirklich aufgeschmissen. Jetzt ist auch klar, warum nur schwere Bärinnen mit viel Fett überhaupt trächtig werden: die brauchen die Kraft, um die lange Höhlenzeit zu überstehen.

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Es dauert mehrere Monate, bis die kleine Familie das erste Mal die Höhle verlässt. Winterstürme und kalte Temperaturen sitzen die Bären einfach aus. Der Unterschied ist deutlich: die winzigen Bären wiegen beim Verlassen der Höhle ungefähr zehn Kilogramm. Das ist genug Gewicht, um draußen herumlaufen zu können.

Ein Eisbär würde sich in Lübeck gerade sicher auch wohlfühlen. Ich hätte aber lieber den Frühling hier, wie in Karolins Vogelhochzeit.

*EDIT: Da kann man mal sehen, was passiert, wenn man einen Blogbeitrag vorzieht. Jetzt wissen wir zwar alle, warum wir schlafen, aber der Eisbär-Beitrag passt überhaupt nicht mehr. Mittlerweile ist in Lübeck nämlich DOCH der Frühling eingezogen, wie mir eine aufmerksame Blog-Leserin gleich heute morgen mitteilte. Da hat sie Recht. Draußen ist es warm und ich hätte heute lieber was über Narzissen oder so schreiben sollen. Ist das jetzt Künstlerpech?

Mehr Informationen zu Eisbären gibt es übrigens hier:

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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