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Gruseltiere an Halloween

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Foto: pixabay.com

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Heute ist Halloween und ganz nach amerikanischen Verhältnissen dekorieren wir unsere Häuser mit Skeletten und Grabsteinen. Die Dekoartikel-Verkäufer scheinen sich außerdem darüber einig zu sein, dass auch Tiere wie Spinnen, Ratten oder Fledermäuse besonders „gruselig“ sind. Wer Angst vor solchen Tieren hat, sollte diesen Beitrag vielleicht lieber überspringen. Ich frage mich nämlich, wo dieses Gruselgefühl für bestimmt Tierarten überhaupt herkommt.

 

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Spinnen

Gut, den Grusel vor Spinnen kann ich nachvollziehen. Ich bin nämlich auch nicht begeistert, wenn ich unvermutet eine treffe. Versteht mich nicht falsch, ich bin Biologin und finde Spinnen richtig interessant. Trotzdem erschrecke ich mich, wenn ich einen sehe und nicht darauf vorbereitet war. Warum ist das so? Eine richtige Antwort kann auch „die Forschung“ nicht liefern. Da ist dann die Rede davon, dass die schnellen Beinbewegungen unvorhersehbar scheinen oder dass möglicherweise irgendwelche Urängste im Spiel sein könnten, aber Fakt ist: Wir wissen es nicht. Es gibt nicht mal eine konkrete Aussage darüber, was die „Urängste“ sein könnten.

 

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Fledermäuse

In unserer Innenstadt gibt es Fledermäuse. Neulich auf dem Weg nach Hause, kam mir eine, in einer engen Straße, ganz schön nahe. Das war spannend: Ich merkte, wie ich unwillkürlich den Kopf einzog, aber gleichzeitig flüsterte diese kleine Biologen-Stimme in meinem Gehirn: „Fledermäuse haben ein Echolot. Die merkt auch im Dunkeln, dass du da bist. Keine Chance, dass sie gegen dich fliegt.“ Ich kann mir gut vorstellen, dass der Grusel vor Fledermäusen daher kommt, dass sie so schnell fliegen und man immer meint, sie könnten aus Versehen auf Kollisionskurs gehen.

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Ratten

Die Nager sind neugierig, intelligent und werden als Haustier sogar richtig handzahm. Trotzdem ekeln sich viele Menschen regelrecht vor ihnen. Liegt das daran, dass Ratten lange Zeit einen schlechten Ruf hatten, weil sie den Bauern das Korn wegfraßen? Es wäre möglich. Niemand mag das Tier, das im harten Winter die Vorräte frisst. Noch dazu können Ratten Krankheiten übertragen. Was ich allerdings nur bedingt nachvollziehen kann ist, dass der nackte Schwanz der Ratte als Ekelfaktor gilt. Wo ist denn da bitte der Unterschied zum teuren Nackthund?

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Kakerlaken

Was Kakerlaken angeht, verstehe ich den Ekel, egal, wie viele tolle Sachen das Biologen-Gehirn ausspuckt („erfolgreichste Tiergruppe!“/„super anpassungsfähig!“/“schon ganz lange auf der Erde!“). Denn die wichtigste Frage, die sich mir beim Anblick von Kakerlaken aufdrängt ist: Wo hat sie vorher gesessen? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das Abfälle waren. Kakerlaken können Krankheiten wie Salmonellen oder Tuberkulose übertragen und sind Zwischenwirt für verschiedene Wurmarten. Kein Wunder, dass man sie nicht in seiner Küche haben will.

Wie geht es euch an Halloween mit Ratten, Kakerlaken und Fledermäusen? Gruselig oder nicht? Oder beschränkt ihr euch ganz auf die Deko mit Kürbissen?

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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