Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Gurkenwasser gegen glatte Fahrbahnen

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Mal abgesehen davon, dass der Winter bisher viel zu warm war und die Straßenräumdienste kaum ausrücken mussten – gut vorbereitet müssen sie dennoch sein. Dafür lagern die Gemeinden vor Beginn der Saison entsprechend Granulate und Auftausalz ein. Man kann sich aber auch Gurkenwasser aus der Gurkenfabrik liefern lassen und dieses anstelle von Salz verwenden – zumindest in Bayern.
Über ein interessantes Pilotprojekt, Nachhaltigkeit und Geruchsfragen.

Salzgurken-Sole

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Üblicherweise verwenden die Winterdienste Auftausalz, das auf dem Streufahrzeug vor dem Ausbringen mit einer Sole vermischt wird, damit nicht alles gleich wegfliegt. Oder die Straßenmeistereien mischen das flüssige Tausalz selbst an und bringen die fertige Mischung auf die Straßen. Auch in der Gurkenfabrik verwenden sie Sole, und zwar zum Einlegen von Salzgurken. Bisher hatte das eine mit dem anderen nichts zu tun. Bis jemand auf die clevere Idee kam, die überschüssige Sole aus der Gurkenproduktion weiterzuverwenden – im bayerischen Winterdienst. Und das geht so:

Nur Gewinner

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Bei der Gurkenproduktion kommt nicht das gesamte in der Produktion verwendete Salzwasser ins Glas. Ein Großteil bleibt übrig und wird über die Kläranlagen entsorgt. Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt wird es gereinigt, mit Salz angereichert, damit es die richtige Konzentration hat und anschließend im Winterdienst verwendet. Die Gurkenfabrik freut’s, denn sie muss keine Entsorgungsgebühren für die restliche Gurkensole bezahlen. Die Straßenmeistereien freut’s, denn sie benötigen weniger Salz und Wasser. Eingespart wurden bisher 700 Tonnen Salz und knapp sechs Millionen Liter Wasser. Für die Umwelt bringt dieses Recycling vermutlich nicht wirklich viel, denn ob das Salz am Straßenrand nun aus der Gurkenfabrik oder aus der Straßenmeisterei stammt, dürfte den Pflanzen und dem Boden neben der Straße herzlich egal sein. Immerhin soll es nicht nach Gurken riechen und das ist doch auch schon was.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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