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Natur und so

Mendel im Beet

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Copyright Karolin Küntzel

Foto: K. Küntzel

Im Lübecker Schulgarten findet sich eine Anlage von Beeten mit weißen, roten und rosa Blumen. Was auf den ersten Blick wenig spektakulär aussieht, ist die Darstellung einer Erkenntnis, die die Biologie revolutionierte. Aus einer Entdeckung, die im 19. Jahrhundert niemand ernst nahm, entwickelte sich ein neuer Zweig in der Biologie, der heute in jedem Schulbuch Seiten füllt.

„Der Mönch und Botaniker Gregor Mendel (1822–84) legte mit seinen Forschungsergebnissen den Grundstein für die Vererbungslehre. Er konnte als einer der Ersten erklären, nach welchem Muster Eigenschaften der Eltern an ihre Nachkommen weitergegeben werden.

Mendel experimentierte und forschte jahrelang mit Erbsenpflanzen. Er beobachtete bestimmte Merkmale der Erbsen, zum Beispiel die Blütenfarbe, und erkannte, nach welchen Regeln diese von den Elternpflanzen an ihre Nachkommen vererbt wurden. Er kam zu dem Schluss, dass jedes äußere Merkmal einer Pflanze einem „Element“ (heute Gen genannt) im Innern ihrer Zellen entspricht. Äußere Merkmale werden aber sowohl vom Vater als auch von der Mutter vererbt und mischen sich nicht. Stattdessen setzt sich das dominante (stärkere) Merkmal immer gegenüber dem rezessiven (schwächeren) Merkmal durch.

Was bedeutet das? Kreuzt man rote und weiße Löwenmäulchen (eine Blume), so sind die Kinderpflanzen alle rot, denn rote Blüten sind dominant gegenüber weißen. Es gibt jedoch auch Merkmale, die sich nicht gegenseitig verdrängen, sondern mischen. In der Genetik spricht man dann vom intermediären Erbgang. Kreuzt man zum Beispiel rote und weiße Wunderblumen, so haben die Nachkommen rosafarbene Blüten. Mendels Theorien, die drei Mendelschen Gesetze, wurden lange Zeit von der Wissenschaft belächelt. Erst sechs Jahre nach seinem Tod (1884) wurden sie offiziell anerkannt. Die Forscher Carl Correns (1864–1933), Erich Tschermak (1871–1962) und Hugo Marie de Vries (1848–1935) entdeckten Mendels Gesetze neu und entwickelten sie weiter.“ Aus: Ich will’s wissen. Allgemeinbildung für Kids, Karolin Küntzel, Compact Via Verlag, 2011

 

 

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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