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Natur und so

Ohne Moos nix los: Moosgraffitis

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Moos-Kilit

Foto: H. Janz

Graue Wände, triste Fassaden? Das lässt sich ändern. Wer nun nicht gleich zur Spraydose greifen will, kann es ja mal mit einem absolut natürlichen Produkt versuchen. Dazu geht es ab in den Wald.

Moose über Moose

Moose zu finden ist denkbar einfach. Die anspruchslose Pflanze wächst an Baumstümpfen, neben dem Wegesrand und auf Steinen. Schwieriger ist da schon die Auswahl. Weltweit gibt es an die 16.000 Arten, in Deutschland sind mehr als 1000 davon heimisch. Welches soll es denn sein? Das Dunkelgrüne mit der samtartigen Oberfläche, oder das hellere, das mit seinen dünnen Blättchen ein wenig an Farn erinnert? Von der Lieblingssorte wird eine Handvoll eingepackt und mit nach Hause genommen.

Foto: K. Küntzel

Foto: K. Küntzel

Grüne Suppe an der Wand

Das Moos kommt zusammen mit 1–2 Tassen Joghurt oder Buttermilch in eine Rührschüssel. Weitere Zutaten sind Zucker (ca. ein halber Teelöffel) und etwas Wasser. Das Ganze wird mit dem Pürierstab schön durchgequirlt. Die grüne Suppe sollte in etwa die Konsistenz von Malerfarbe haben. Ist sie noch zu dickflüssig, gibt man einfach noch ein bisschen Wasser dazu. In Gläser abgefüllt, hält sich der Moosansatz ungefähr eine Woche. Mit einem ganz normalen Pinsel oder einem Malerquast streicht man die Moosmasse schließlich an die ausgewählte Wand.

Wandpflege

Moos liebt es feucht und kommt auch in dunklen Ecken gut zurecht. Deshalb sollte die Moosschrift oder das Moosbild an einer Nordwand angebracht und zu Beginn gut feucht gehalten werden. Nach circa vier Wochen wächst das Moos und die Mauer wird an den eingestrichenen Stellen lebendig und wunderbar grün. Wer möchte, kann sein Moos-Kunstwerk später mit der Schere auf eine einheitliche Länge stutzen. Very british! Wächst das Moos wider Erwarten nicht, kann das am gewählten Untergrund liegen. Nicht entmutigen lassen und an anderer Stelle einfach noch mal probieren.

Und nun: Auf die Plätze – Fertig – Moos!

Autorin: Karolin Küntzel

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

2 Kommentare

  1. Das ist ja mal eine tolle Alternative für Sprayer, Stadtplaner und Hobby-Kreative.
    Wie ist es allerdings mit dem „Zersetzungspotenzial“ des Mooses? Meine Steinplatten im Garten werden vom Moos regelrecht aufgefressen…

    • Hallo Christine,
      ja, es gibt inzwischen eine Reihe von „urban gardening“-Menschen, die mit Moosgraffitis arbeiten und damit schöne Ergebnisse erzielen. Geht es bei deiner Frage nach dem Zersetzungsprozess darum, ob das Moos die Wand beschädigt? In diesem Fall kann ich dir antworten, dass die Wände keine „bleibenden“ Schäden durch das Moos nehmen. Wenn man es nicht mehr mag, lässt es sich mit einem Spachtel und ggf. Moosentferner wieder beseitigen.

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