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Heizpilze im Café

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Foto: pixabay.com

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Es ist soweit: Draußen wird es kühler und in den Cafés schießen die Heizpilze wie…ja…wie Pilze eben aus dem Boden. Der Zeitpunkt ihres Erscheinens lässt sich immer relativ eindeutig vorhersagen. Der ist nämlich dann, wenn wir alle dem Sommer hinterher trauern und nicht wahrhaben wollen, dass der Herbst längst da ist.

Es ist ja auch eine schöne Sache: Wir sitzen gemütlich an der frischen Luft und quatschen. Von der kühlen Herbstluft merken wir nichts, denn unser Lieblingscafé hat – wie alle Cafés in der Nachbarschaft – einen Heizpilz aufgestellt. Oder fünf. Unwichtig?

 

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Leider nein, denn für den klimabewussten Kneipenbesucher gibt es da ein Problem: Das Gerät, dass uns so wohlige Temperaturen beschert stößt gleichzeitig Unmengen an Kohlendioxid aus.

Die Grünen in Berlin haben uns das schon vor Jahren im Rahmen eines Verbotsantrags vorgerechnet: Ein durchschnittlicher Heizpilz erzeugt pro Stunde etwa 2 Kilogramm Kohelndioxid – und das auch nur wenn er, im wahrsten Sinne des Wortes, auf „Sparflamme“ läuft. Bei voller Leistung liegt der Ausstoß sogar bei bis zu dreieinhalb Kilogramm pro Stunde.

 

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Aufs Jahr hochgerechnet wären das rund vier Tonnen Kohlendioxid, vorausgesetzt das Gerät läuft durchschnittlich 36 Stunden in der Woche (also zum Beispiel täglich von 17-22 Uhr). Zum Vergleich: Die Belastung entspricht in etwa dem jährlichen Kohlendioxid-Ausstoß eines PKW bei 25.000 gefahrenen Kilometern.

Verbote von Heizpilzen haben sich bisher noch nicht durchgesetzt. Doch für alle, die jetzt ein schlechtes Gewissen bekommen haben, sind hier ein paar Tipps für den kommenden Herbst:

 

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1. Zieht euch eine Jacke an!

Im Ernst: Muss man im Herbst unbedingt noch im modischen Kurzärmeligen draußen sitzen? Eigentlich nicht. Es sei denn, man wohnt in Florida.

2. Bestellt Tee!

Ein schöner Herbsttee sorgt nicht nur für innere Wärme sondern auch für das richtige Herbstfeeling. Achtet in der Karte auf Tees mit „Herbst“, „Feuer“ oder „Kamin“ im Namen!

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3. Decken raus!

Die meisten Café sind auf den Trend aufgesprungen und halten Decken für ihre Gäste bereit. Warm eingepackt sitzt es sich doch gleich viel entspannter. Und wenn es doch zu kalt wird: Geht rein!

4. Macht euch Gedanken!

Müssen wir im Herbst unbedingt draußen sitzen? Falls ja, wieso? Falls nein, wieso nicht? Sind mir die Heizpilze eigentlich egal oder will ich am liebsten alle Geräte persönlich abbauen? Wie stehe ich dazu? Nur wer sich Gedanken gemacht hat, kann auch eine Position vertreten – zum Beispiel bei der nächsten Wahl. Denkt nach! Und dann sprecht darüber! Ihr könntet dazu mit Freunden und Bekannten in ein Café gehen. Und wenn es dort einen Heizpilz gibt…setzt euch genau darunter! Da habt ihr dann auch gleich ein Thema.

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

5 Kommentare

  1. Und wie wäre es dann noch mit Strickmütze und Schal? Am Besten selbst gestrickt. Das sieht nicht nur gut aus sondern entspannt ungemein.
    In diesem Sinne….lass den Herbst ruhig kommen 😉

    • Gute Idee! Das mit der Entspannung kann ich unterschreiben. Stricken kann ich leider nicht, aber ich habe mal auf einer Zugfahrt einen Schal gehäkelt. Das war super! Über den Schal kann man geschmacklich jetzt streiten…

  2. Wie recht ihr habt! Selbst ich als größte Frostbeule ever finde Heizpilze überflüssig. Wenn die Decke nicht mehr reicht, geht’s rein ins Lokal. Oft zum Leidwesen meiner weniger verfrorenen Freunde.

  3. Guter Artikel, zum Wohle der Umwelt kann eine Decke den Unterschied machen. Heizpilze sind nicht sehr umweltfreundlich, allerdings gibt es ja auch elektro Heizstrahler.

  4. Schöner Artikel!
    Tatsächlich stoßen Gasheizpilze relativ viel Kohlenstoffdioxid aus.
    Für den Schutz der Umwelt gibt es ja zum Glück auch den Elektro Heizpilz, der die Luft nicht so sehr verschmutzt 😉

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