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Natur und so

Schön, aber giftig: das Flammende Herz

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Foto: pixabay.com

Plötzlich ist sie da, die Kindheitserinnerung: bei uns im Garten gab es ein Flammendes Herz. Wusste ich gar nicht mehr. Und jetzt wo ich mich wieder daran erinnert habe, fällt mir auf, dass ich die Pflanze schon total lange nicht mehr gesehen habe. Ist die irgendwie nicht mehr „in“? Hat jemand von euch sowas noch? Ihr kennt das Flammende Herz vielleicht auch als Tränendes Herz. Und vielleicht hat ihr es nicht in pink, sondern in weiß. Jedenfalls: die Blüte der Pflanze ist richtig hübsch. Und woher sie ihren Namen hat, sieht man auch sofort. Und da frage ich mich gleich: wo kommt sie eigentlich her?

 

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Ich werfe das Internet an und lerne: das Flammende Herz wächst wild in koreanischen und chinesischen Wäldern. Kein Wunder, dass alle Garten-Seiten einen lockeren, feuchten Boden empfehlen, wenn man die Pflanze im Topf oder Garten haben will. Besonders beliebt, heißt es, sei sie in Bauerngärten. Falls ihr sie dort mal findet: Finger weg! Denn das Flammende Herz ist nicht nur hübsch, sondern auch giftig. Im Jahr 2017 war es sogar die Giftpflanze des Jahres. Die hübschen Blüten sorgen dafür, dass die Pflanze auch als Schnittblume beliebt ist. Die weiße Variante ist eine spezielle Züchtung.

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Beim nächsten Besuch in einem fremden Garten werde ich mal Ausschau halten. Vor allem interessiert mich: haben dann auch die Hummeln die coolen Blüten schon entdeckt? Das erkennt man daran, dass einzelne Blüten ein kleines Loch haben. Die Hummeln halten sich nämlich gar nicht erst damit auf, umständlich in die komplizierte Blüte hinein zu klettern, um an den Nektar zu gelangen. Sie beißen einfach von außen ein Loch in die Blüte und klauen ihn sich. Dass sie dabei überhaupt nicht zur Bestäubung beitragen, stört die Hummeln nicht. Aber dafür gibt es ja zum Glück noch andere Insekten.

 

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Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

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Autor: Johanna Prinz

Jahrgang 1978, ist promovierte Diplom-Biologin. Sie war früher Affenforscherin im Zoo, leitete den Bildungsbereich in einem großen Naturkundemuseum und danach ein Nationalpark-Haus am Wattenmeer. Heute arbeitet sie, von ihrer Wahlheimat Lübeck aus, im Bereich „Naturvermittlung“ – vor allem als Museumsberaterin oder Autorin für Kindersachbücher. Manchmal hebt sie Regenwürmer von der Straße auf. Mehr Infos unter: www.naturvermittlung.de

3 Kommentare

  1. schade, daß man hier keine bilder hochladen kann. ich habe seit 20 jahren ein tränendes herz im topf und es wird jedes jahr schöner und hat sich auch schon ausgesamt. das mit den löchern und den hummeln – musste ich mich erst dran gewöhnen 😉 sind halt echte rambos! wenn die am morgen über die nachtkerzenblüten hergefallen sind, sehen die echt gerupft aus. wenn ihr wollt: ich hab ein hummel-dicentra-foto, löcher inbegriffen.

    • Hihihi, jetzt stelle ich mir gerade vor, wie das ist: man kommt morgens schön gemütlich mit einem Kaffee zu den Nachtkerzen – und dann sieht es da aus wie auf einem Schlachtfeld! Schon lustig, wie die Natur manchmal etwas … rabiat … sein kann.

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