Hallimasch & Mollymauk

Natur und so

Was schmecken Tiere?

| Keine Kommentare

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Während ich dies schreibe, sitze ich nüsseknabbernd auf der Terrasse, beobachte Amseln, die Würmer aus dem Rasen ziehen, und frage mich, wie ihnen Regenwurm schmeckt. Gut, schlecht oder gar nicht? Schmecken Tiere überhaupt?

Wie Geschmack entsteht

Geschmack entsteht, wenn sich Moleküle bewegen. Sie regen die Geschmacksnerven an und die von diesen Nerven ausgehenden Impulse empfinden wir als einen bestimmten Geschmack. Damit das funktioniert, müssen die Moleküle in Flüssigkeit gelöst und frei beweglich sein. Wer schon einmal an Glas gelutscht hat, weiß zum Beispiel, dass Fensterscheiben alleine nach nichts schmecken. Wer trotzdem einen Geschmack wahrnimmt, hat vermutlich Kinder mit Schoko-, Eis- oder Klebefingern anderer Geschmacksrichtungen.

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Zurück zu den Molekülen. Bewegen sie sich schnell, ist der Geschmack intensiver. Das ist ein Grund dafür, warum uns heißes (und umgerührtes) Essen stärker im Geschmack erscheint. Ihn können wir wahrnehmen, weil wir, wie einige Tierarten auch, Geschmacksknospen haben. Das sind Nerven auf der Zunge, dem Gaumen und dem Kehldeckel. Bei im Wasser lebenden Tieren können sie auch auf der Körperoberfläche liegen.

Mehr Knospen – mehr Geschmack

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Wie viel Mensch und Tier schmecken, hängt von der Anzahl der Geschmacksknospen ab. Viele Knospen, viel Geschmack, lautet die Regel. Doch wer jetzt glaubt, der Mensch sei bei der Verteilung der Geschmacksknospen besonders gut weggekommen, irrt. 2000 bis 4000 sind es bei einem Erwachsenen ungefähr (Säuglinge haben noch 9000). Zum Vergleich: Reine Pflanzenfresser wie das Pferd verfügen über rund 35.000 Geschmacksknospen und können mehrere Hundert Grasarten am Geschmack unterscheiden. Selbst Kälber und Schweine haben mit 25.000 bzw. 15.000 Knospen mehr Geschmack als wir. Trösten wir uns damit, dass ein Wal und ein Huhn uns in dieser Hinsicht klar unterlegen sind, denn sie haben beide kaum Geschmacksnerven.

Von Naschkatzen und Fischliebhabern

Menschen können fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden: bitter, süß, salzig, sauer und umami, den sogenannten Fleischgeschmack, der auch als herzhaft bezeichnet wird. Und Tiere? Stehen Naschkatzen wirklich auf Süßes?

Foto: pixabay.com

Foto: pixabay.com

Keineswegs, denn Katzen können wie viele andere Tiere überhaupt nicht süß schmecken. Und die armen Pinguine schmecken nicht einmal ihr Hauptnahrungsmittel, den Fisch. Sie haben nämlich keinen Geschmackssensor für umami, sondern lediglich für salzig und sauer. Forscher vermuten, dass die anderen Rezeptoren im Laufe der Zeit verloren gingen, weil sie temperaturabhängig sind und in der Kälte der Antarktis nicht so gut funktionierten.

Und die Amsel auf dem Rasen? Sie ist längst weg, hat aber wie die meisten Vögel vermutlich nur wenig Geschmacksknospen (Ente und Star haben ca. 200, ein Dompfaff nur 46). Ob sie allerdings den Regenwurm, und damit umami schmecken kann, habe ich noch nicht herausgefunden. Meine Nüsse waren jedenfalls salzig.

Autorin: Karolin Küntzel

Print Friendly

Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.