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Wie Tiere ihren Schwanz nutzen

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Foto: Pixabay.com

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Von unserer Essecke haben wir einen guten Blick auf die Bäume, in denen sich jeden Tag zwei Eichhörnchen tummeln. Manchmal versucht die Nachbarkatze, sie zu fangen, zum Glück ohne Erfolg. Zwei Hunde wohnen auf der anderen Seite. Das Kind hat bereits Freundschaft mit ihnen geschlossen und sie kommen freudig an, um es zu begrüßen. Alle diese Tiere haben etwas gemeinsam, setzen es aber unterschiedlich ein. Gemeint ist der Schwanz. Wofür haben sie den?

Angriff und Abwehr

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Leguane können mit ihrem schuppigen Schwanz ganz schön heftig zuschlagen. Auch die Dornschwanzagame, die einen stachelbewehrten, kräftigen Schwanz hat, sollte man besser nicht reizen. Der Skorpion hat eine noch effektivere Waffe, denn an seinem Schwanzende befindet sich ein Giftstachel. Geradezu harmlos erscheinen da die Schwänze von Kühen und Pferden, die lediglich dazu genutzt werden, lästige Insekten zu verscheuchen.

Balance und Steuerung

Wenn der Gepard wie der Wind durch die Steppe jagt, nutzt er seinen langen Schwanz, um das Gleichgewicht zu halten. So machen es alle katzenartigen Tiere. Auch das Känguru wäre ohne seinen kräftigen Schwanz wahrscheinlich nur ein torkelndes Wesen. Mit dem Schwanz hält es beim Hüpfen und Sitzen die Balance. Außerdem kann es sich beim Kämpfen auf ihn stützen. Auch das Eichhörnchen balanciert sich mithilfe des Schwanzes aus. Bibern, Krokodilen und Walen dient er dagegen als Steuerung und Antrieb.

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Drohen und Freuen

Hunde wie Katzen kommunizieren mit ihrem Schwanz. Wenn Nachbars Waldi mit dem Schwanz wedelt, freut er sich, kneift er ihn ein, hat er Angst. Die Katze kann ihren Schwanz dick aufplustern und warnt uns damit. Besser, wir lassen sie eine Weile in Ruhe. Hebt das Stinktier seinen Schwanz, ist es ebenfalls schlauer, auf Distanz zu gehen, denn in der Regel spritzt es dann sein stinkendes Sekret meterweit. Muss ja nicht!

Kuscheln und Zusammenbleiben

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Tiere mit einem buschigen Schwanz haben ihre Schlafdecke immer bei sich. Eichhörnchen, Fuchs und Siebenschläfer rollen sich zum Schlafen zusammen und decken sich mit ihrem Kuschelschwanz zu. Drollig und gemütlich sieht das aus. Der dünne Elefantenschwanz taugt dafür nicht, wohl aber zum Festhalten. Wie die Kindergartengruppe am Seil marschieren die Dickhäuter Rüssel an Schwanz und bleiben dadurch zusammen. Obwohl so ein Elefant wahrscheinlich gar nicht so schnell verlorengeht.

Reserve und Revier

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Einige Schlangen und Echsen nutzen ihren Schwanz als Depot. Sie speichern Wasser oder Fett darin und überleben dadurch Trockenzeiten und Perioden mit geringem Nahrungsangebot. Das Nilpferd propellert mit seinem kurzen Schwänzchen den eigenen Kot durch das Wasser und markiert so sein Revier. Auch eine Variante.

Und dann gibt es natürlich noch die, bei denen ein Schwanz wie eine zusätzliche Hand genutzt wird. Klammeraffen beherrschen das perfekt und wirken dabei sehr entspannt. Naja, wir wären vielleicht auch gelassener, wenn eine Zusatzhand rechtzeitig das Glas auffängt, bevor es auf den Fliesen zerschelllt oder wie nebenbei hinter dem Kind aufräumt. Das hätten wir uns allerdings mal früher überlegen sollen, denn unser Schwanz hat sich im Zuge der Evolution zurückgebildet, weil wir ihn nicht brauchten. Übrig geblieben ist davon nur noch das Steißbein.

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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