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Wombats kacken Klötzchen – des Rätsels Lösung

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Foto: pixabay.com

Kühe machen Fladen, Kaninchen Kötel, Hunde Haufen und Wombats Würfel. Die Rede ist von den Hinterlassenschaften der Tiere und deren Form. Lange wurde gerätselt, wieso Wombat-Kot – übrigens als einziger in der Tierwelt – quaderförmig ist und wozu das gut sein soll. Nun ist das Rästel dank der Forscherin Patricia Yang vom Georgia Institute of Technology gelöst und sie und ihr Team wurden dafür mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet.

Erst überfahren, dann seziert

Dass Wombat-Kacke eine ungewöhnliche Form hat, war der Wissenswchaft nicht neu – nur erklären konnte man die Würfel bisher nicht. Patricia Yang liess diese Frage allerdings keine Ruhe, zumal sie die ungewöhnliche Form zuerst für einen Internet-Scherz hielt.

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Dann ging sie der Sache auf den Grund, sprich an die Darmwand und untersuchte die Innereien von zwei in Tasmanien überfahrenen Wombats, die sie sich in dir USA schicken ließ. Dort waren schlicht keine toten Wombats zu bekommen. Bei ihren Untersuchungen der Darmwände stellte sich fest, dass diese nicht überall gleich dehnbar waren und zwei Vertiefungen hatten, die wesentlich elastischer als die restliche Darmwand waren. Sie sind für die Würfelform verantwortlich. Bleibt die Frage, welchen Vorteil es bietet, Klötzchen zu kacken.

Wombat der Baumeister

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Die knuffigen Tiere sehen anscheinend nicht besonders gut, welhalb sie ihren Kot an gut einsehbaren Orten zur Markierung des Reviers und zur Kommunikation mit anderen Wombats absetzen. 80 bis 100 Klötzchen scheidet ein Wombat pro Tag aus und damit diese leicht sichtbar sind und zuverlässig Artgenossen anlocken stapelt er die Würfel. Durch die eckige Form rollen sie nicht davon und lassen sich prima aufeinander setzen. Das kann jedes Kind nachvollziehen – mit eckigen Klötzchen lassen sich nun mal die besten Türmchen bauen. Ich frage mich jetzt allerdings, warum die Evolution nicht auch andere Tiere mit einem Würfelformer-Darm ausgestattet hat, schließlich markieren viele ihr Revier mit Kot. Vielleicht sehen die aber alle besser.

Die Zusammenfassung der Forschungsergebnisse gibt es hier: http://meetings.aps.org/Meeting/DFD18/Session/E19.1

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Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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Autor: Karolin Küntzel

Jahrgang 1963, ist freiberufliche Autorin, Dozentin und Kommunikationstrainerin. Sie studierte Germanistik, Geschichte und Weiterbildungsmanagement in Berlin und war lange Zeit in der freien Wirtschaft tätig. Seit 2006 ist sie selbstständig, unterrichtet und schreibt Sachbücher für Kinder und Erwachsene. Ihre Wissbegier hat sie quasi zum Beruf gemacht. Sie lebte mehrere Jahre alleine in einem Haus im Wald, mehrere Wochen mit einer kleinen Crew auf einem Schiff auf dem Atlantik und bezeichnet sich selbst als überzeugte Rausgängerin. Sie sieht gerne unter Steinen nach. Mehr Infos unter: www.karibuch.de

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